FCN unter Druck: Warum der KSC schwächer ist als Platz neun vermuten lässt

Die Zahlen sprechen klar für Nürnberg – doch ein Duell bereitet Kopfzerbrechen.

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Richtungsweisend

Lediglich vier Punkte beträgt der Vorsprung des 1. FC Nürnberg auf Relegationsplatz 16. Als Nächstes gastiert man in Bochum und Berlin, wo die Trauben relativ hoch hängen dürften. Umso wichtiger ist für den FCN das anstehende Heimspiel gegen den Karlsruher SC, um nach drei sieglosen Partien die Lage etwas zu beruhigen – auch, da die Vertragsverlängerung von Miroslav Klose nicht überall für Verständnis sorgte.

Favorit

Obwohl dem FCN mit Rafael Lubach und Finn Ole Becker zwei Leistungsträger fehlen, geht der Club als Favorit ins Spiel. Das liegt an der Nürnberger Heimstärke – aber auch am KSC. Zwar rangieren die Badener derzeit auf dem neunten Platz, schneiden in vielen Parametern jedoch deutlich schwächer ab. Dem Datenanbieter Wyscout zufolge ist die Mannschaft von Christian Eichner der Zweitligist mit den wenigsten eigenen Expected Goals und zugleich mit den meisten zugelassenen Expected Goals. Anhand der Expected Points, also der eigenen und gegnerischen Chancenqualität, stünde man mit 19 Zählern sogar auf Platz 18.

Effizient

Dass der KSC in der Realität sogar vor dem Club steht, ist vor allem auf die eigene Effizienz zurückzuführen. Sechs Tore mehr erzielte man, als erwartbar gewesen wäre. Dass man die zweitmeisten Tore aus der Distanz erzielte, passt dazu – und hängt auch mit Marvin Wanitzek zusammen. Der 32-Jährige traf bereits siebenmal und ist seit Jahren der Fixpunkt in der Offensive.

Mismatch – Dreierkette?

Zum Leidwesen der Franken spielt der KSC extrem viel (43 Prozent der Angriffe) über Wanitzeks linke Seite. Das dürfte Klose vor die Frage stellen, wie er die rechte FCN-Defensivseite besetzen möchte. Tim Janisch konnte sich zuletzt nicht aufdrängen, Rabby Nzingoula wird vermutlich im Zentrum gebraucht.

Das könnte die Gelegenheit für Justin von der Hitz sein – und zugleich den Gedanken an eine Dreierkette hervorrufen. Zum einen, da es den Nürnberger Spielerprofilen entgegenkommen würde. Zum anderen, da der KSC viel über die Flügel angreift und unter anderem nach Flanken (zweitmeiste Tore) Gefahr ausstrahlt. Aus der Dreierkette heraus könnte der jeweilige Halbverteidiger auf den Flügel herausverteidigen. „Grundsätzlich wollen wir Viererkette spielen“, scheint Klose diesbezüglich jedoch keine Umstellung vornehmen zu wollen.

Mehr Ballbesitz

Ansonsten ist zu erwarten, dass der FCN mehr vom Spiel haben wird. Die Karlsruher sind eine Mannschaft, die sich nicht über ein intensives Pressing definiert. Lediglich Fürth gestattet dem Gegner mehr Pässe im Spielaufbau. Nachdem man in der Hinrunde noch zwischen einer Dreier- und Viererkette wechselte, läuft man in der Rückrunde konstant im 4-4-2 auf und kassierte nach einer defensiv schwachen Hinrunde (33 Gegentore) 2026 erst vier Gegentreffer.

So wird es vor allem am FCN liegen, aus dem Ballbesitz heraus Torgefahr zu kreieren. Hält man das Tempo hoch, neigt der KSC dazu, die Kompaktheit zu verlieren. Auch nach Balleroberungen im Pressing oder Gegenpressing könnten sich Chancen ergeben – die man dann besser nutzen muss als im Hinspiel, als der Club trotz klarer Überlegenheit aufgrund fehlender Effizienz und zu einfacher Gegentore mit 1:2 verlor.