Warum das KSC-Spiel von maximaler Bedeutung für den FCN ist

Die Vertragsverlängerung von Miroslav Klose beim 1. FC Nürnberg sorgt für Klarheit – birgt aufgrund ihres Zeitpunkts aber auch Risiken.

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Foto: DO IT NOW Media

Lang angekündigte Verlängerung zu überraschendem Zeitpunkt

Schon Ende der vergangenen Saison kündigte Joti Chatzialexiou an, auf Miroslav Klose bezüglich einer Vertragsverlängerung beim 1. FC Nürnberg zugehen zu wollen. „Da wird es kein Geheimnis sein, dass ich irgendwann auf Miro zugehen werde, was seine Vertragsverlängerung angeht. Aber das hat ein bisschen Zeit“, sagte der Sportvorstand Ende Mai. Dass es bis zur endgültigen Einigung noch ein Dreivierteljahr dauern würde, war damals kaum absehbar.

Umso überraschender wirkte es nun, dass nach monatelanger Hängepartie – inklusive kryptischer Aussagen Kloses zum langfristigen Arbeiten – plötzlich Vollzug gemeldet wurde. Und das ausgerechnet in einer sportlich wackeligen Lage: zuletzt nur ein Punkt aus drei Spielen, lediglich vier Zähler Vorsprung auf Relegationsplatz 16. Es gab in dieser Saison durchaus günstigere Zeitpunkte für eine solche Verkündung – etwa während der Phase in der Hinrunde, als der Club zwischenzeitlich sechs Spiele in Folge ungeschlagen blieb.

Risiko in der aktuellen FCN-Lage

Die nun erfolgte Vertragsverlängerung schafft zwar Klarheit, birgt aufgrund ihres Zeitpunkts jedoch auch Risiken. Denn das kommende Heimspiel am Freitag gegen den Karlsruher SC erhält dadurch zusätzliche Brisanz. Eine Niederlage könnte die Stimmung unmittelbar wieder kippen lassen.

Der Tabellenzehnte droht im Falle eines Misserfolgs in der Tabelle weiter abzurutschen – umso mehr mit dem Blick auf die beiden anspruchsvollen Auswärtsaufgaben im Anschluss. Nach dem KSC-Spiel stehen Gastauftritte in Bochum und Berlin an. Schon rein statistisch ist das eine schwierige Konstellation: Mit sieben Niederlagen aus zehn Spielen ist der FCN Letzter der Auswärtstabelle der 2. Bundesliga.

Hinzu kommt die Form der derzeit schwer zu schlagenden Gegner: Seit der Übernahme von Uwe Rösler verlor der VfL Bochum nur eines von 13 Spielen. Auch die Hertha unterliegt aktuell nur selten – lediglich eine Niederlage aus den vergangenen zwölf Partien. Beide Teams rangieren in diesem Zeitraum in den Top-3 der Liga.

Verlängerung kann auch Chance sein

Demzufolge könnte ein Sieg gegen den KSC bereits verhindern, dass man in einen Abwärtsstrudel mit dann vielleicht sechs Spielen ohne Sieg gerät, in dem der Vertrag des Trainers gerade erst verlängert wurde. So zumindest ließe sich die aktuelle Lage des 1. FC Nürnberg aus pessimistischer Perspektive betrachten.

Andererseits könnte genau darin auch eine große Chance liegen: das Heimspiel gegen den KSC gewinnen, etwas entspannter in die beiden Auswärtsspiele fahren und womöglich eine kleine Euphorie rund um die Vertragsverlängerung von Klose und den gemeinsamen Blick in die Zukunft entfachen.

Realistisch betrachtet wird die Realität wahrscheinlich irgendwo zwischen diesen beiden Extremen liegen. Dennoch sollte man sich der Chancen und Risiken der aktuellen Situation beim 1. FC Nürnberg bewusst sein – und sollte tunlichst vermeiden, im heimischen Max-Morlock-Stadion gegen das formschwächste Team der Liga (Rang 18 in der Zehn-Spiele-Formtabelle) Punkte liegen zu lassen.