FCN: Kloses Wechsel seit Monaten ohne jeglichen Scorerpunkt

Die Einwechslungen fruchten beim 1. FC Nürnberg überhaupt nicht.

1. FC Nürnberg FCN News Analyse CLUBFOKUS Miroslav Klose
Foto: DO IT NOW Media

Stimmung kippt beim FCN

Dieser Tage gibt es einige Statistiken (bspw. die offensive Harmlosigkeit), die den 1. FC Nürnberg beunruhigen dürften. Stellvertretend dafür steht die aktuelle Tabellensituation: Der FCN steht zwar noch auf Rang elf, der Vorsprung auf die Abstiegszone beträgt allerdings nur noch vier Punkte. Dementsprechend kippt die Stimmung, wie Julian Justvan nach der jüngsten Heimniederlage infolge der Pfiffe der eigenen Anhänger feststellte.

Enttäuschende Schlussphasen

Beim 0:1 gegen Fortuna Düsseldorf enttäuschte der Club – wie schon eine Woche zuvor in Berlin – insbesondere in der ersten Halbzeit. Dass man im Verlauf des zweiten Durchgangs einmal mehr keine signifikante Leistungssteigerung sehen konnte, ist längst kein Novum mehr.

Errechnet man eine Tabelle der 2. Bundesliga, die sich auf die Spielzeit nach der Stundenmarke bezieht, stünden die Franken sogar nur auf Rang 14. Nach 60 Minuten wäre es immerhin Rang sieben.

Kloses Wechsel sogar kontraproduktiv?

Mitverantwortlich dafür ist, dass die Einwechslungen von Trainer Miroslav Klose kaum fruchten. So auch gegen die Fortuna, als der Doppelwechsel von Rabby Nzingoula und Henri Koudossou für Finn Becker und Justin von der Hitz nach 70 Minuten die Partie kurz danach sogar wieder abflachen ließ, statt die aufkeimende Druckphase zu verstärken.

Beleg dafür: In der Schlussviertelstunde war es die in Führung liegende Fortuna, die mehr Ballbesitz hatte und zu einer Vielzahl von Torchancen kam.

Seit 15 Spielen ohne Jokertor

Inzwischen wartet der 1. FC Nürnberg seit sage und schreibe 15 Spielen auf ein Tor eines Einwechselspielers. Jedes andere Team der 2. Bundesliga kann in diesem Zeitraum mindestens ein Jokertor vorweisen.

Letztmals traf der inzwischen abgewanderte Robin Knoche am 10. Spieltag beim 1:1 in Kaiserslautern per Elfmeter nach Einwechslung. Am 6. Spieltrag traf Adriano Grimaldi zum Last Minute-Sieg über den VfL Bochum.

Von allen 19 Trainern der Liga mit mindestens elf Spielen ist Klose ohnehin derjenige mit den wenigsten Scorerpunkten durch Einwechslungen: ganze zwei – wobei bislang noch keine Torvorlage durch einen Joker gelang.

Selbst der erst seit elf Spielen im Amt der SpVgg Greuther Fürth stehende Heiko Vogel kommt diesbezüglich schon auf drei Torbeteiligungen. Torsten Lieberknecht (FCK) und Christian Titz (H96) kommen als Spitzenreiter jeweils auf 19 Scorerpunkte durch Einwechselspieler.

Klose nicht alleinverantwortlich

Sicherlich ist dieser Fakt nicht allein Kloses In-Game- und Wechselmanagement zuzuschreiben. Schließlich fehlt zweifelsohne ebenfalls die Qualität von der Bank – speziell im für diese Statistik hauptverantwortlichen offensiven Bereich. Zudem bleiben einige Spieler aus der zweiten Reihe bislang stark hinter den Erwartungen zurück.

Doch gerade der Vergleich mit anderen Vereinen und Trainern der Liga zeigt, dass für Klose und den 1. FC Nürnberg durchaus mehr möglich sein muss als zwei Scorerpunkte nach 25 Spieltagen – die inzwischen schon wieder viereinhalb Monate zurückliegen.