Kaum Torchancen für den FCN
Es war vor allem die Art und Weise der beiden Niederlagen gegen Hertha BSC und Fortuna Düsseldorf, die beim 1. FC Nürnberg bedenklich stimmt. Während gegen den Ball über weite Teile dieser 180 Minuten die Intensität fehlte, wirkte das Spiel mit Ball entweder ideenlos oder äußerst unsauber.
In Berlin dauerte es ganze 45 Minuten, ehe der FCN seinen ersten Abschluss abgab – der gleichzeitig im Tor landete. Es sollten lediglich vier weitere Schüsse folgen, die allesamt neben das Tor gingen. Eine Woche später, gegen die Fortuna, mussten die Clubfans 35 Minuten auf den ersten Torversuch warten. Es folgten immerhin acht weitere, von denen nur einer aufs Tor ging und kein einziger wirklich gefährlich wurde.
Negativentwicklung statt Trend
Darbietungen, die angesichts der aktuellen Tabellensituation mit nur noch vier Punkten Vorsprung auf die Abstiegszone Sorgen machen. Umso mehr, da es sich bei dieser offensiven Harmlosigkeit längst nicht mehr nur um einen Negativtrend, sondern bereits um eine echte Negativentwicklung handelt. Das belegt ein Blick auf die Daten, die nun schon seit Anfang November – seit dem 11. Spieltag – eines Absteigers würdig sind.
Äußerst bedenkliche Daten
Dass man zuletzt gegen die Fortuna nicht einmal einen Expected-Goals-Wert von mindestens eins erreichte, ist längst kein Einzelfall mehr, sondern beinahe die Regel. Blickt man auf die einzelnen xG-Werte der letzten 15 Spieltage, so blieb die Mannschaft von Trainer Miroslav Klose laut den offiziellen Daten der Bundesliga gleich achtmal (!) unter der statistischen Chancenqualität und -quantität für mindestens einen Treffer.
Hinzu kommen zwei weitere Partien, in denen man diesen Wert nur ganz knapp mit jeweils 1,05 xG erreichte. Die Marke von zwei xG konnte man lediglich in zwei der 15 Fälle übertreffen.

Harmlose Franken
Wenig überraschend ergibt sich daraus ein schwaches Gesamtbild. Insgesamt liegt der xG-Wert des FCN von Spieltag 11 bis 25 bei rund 18 (18,03) – ein Wert, der in diesem Zeitraum von keinem Zweitligateam unterboten wird.
Der auf dem Abstiegsrelegationsplatz stehende Nachbar aus Fürth kommt gerundet (17,76) auf den selben Wert und bildet somit gemeinsam mit dem Rivalen das fränkische Schlusslicht der 2. Bundesliga.
Lösung schleunigst gefordert
Insofern stehen Klose und sein Trainerteam nun vor der Aufgabe, schleunigst Lösungsansätze für dieses Offensivproblem zu finden. Die Ursachenforschung dürfte angesichts der Nachhaltigkeit dieser Entwicklung, die nur punktuell von wenigen Höhepunkten (bspw. gegen Elversberg & Karlsruhe) unterbrochen wurde, schon längst in Gang gesetzt worden sein. Dabei wird es nun nicht helfen, das zweifelsohne unzureichend besetzte Sturmzentrum – mit Ausnahme von Mohamed Ali Zoma – zu thematisieren.
Umso dringlicher wird diese Aufgabe dadurch, dass nun viele direkte Duelle gegen Abstiegskandidaten bevorstehen, in denen es für den 1. FC Nürnberg tunlichst gilt, Niederlagen zu vermeiden. Andernfalls könnte eine zwischenzeitlich ruhig geglaubte Saison noch turbulent werden. Ein Sieg gegen den Vorletzten Holstein Kiel am kommenden Spieltag könnte dem sofort entgegenwirken.



