Wo der FCN schon „Bundesliganiveau“ hat – sogar Leverkusen beeindruckt: „Haben uns laufen lassen“

Der 1. FC Nürnberg schied im DFB-Pokal aus, verkaufte sich aber insbesondere im ersten Durchgang gegen ein Bundesliga-Topteam teuer.

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Foto: DO IT NOW Media

FCN mit „Feuerwerk“ auf „Bundesliganiveau“

Zwar musste der 1. FC Nürnberg am Ende eine deutliche 2:5-Niederlage in der zweiten Runde des DFB-Pokals bei Bayer 04 Leverkusen hinnehmen. Doch insbesondere die ersten 40 Minuten, in denen sich der FCN sogar eine 2:0-Führung gegen ein Bundesliga-Topteam herausspielen konnte, dürften Mut für die kommenden Aufgaben machen. „Das war ein Feuerwerk“, sagte Fynn Otto bei ClubTV über den ersten Durchgang, in dem der Werkself kurz vor der Pause noch der Anschlusstreffer gelang.

Der 24-jährige Innenverteidiger attestierte seiner Mannschaft insbesondere im eigenen Ballbesitz eine zwischenzeitlich starke Darbietung: „Wir haben gesehen, dass wir mit Ball teilweise Bundesliganiveau haben. Wenn wir das auf die Liga übertragen, ist es sehr schwer, uns zu schlagen.“ Eine Einschätzung, die sogar auf der Gegenseite in eine ähnliche Richtung ging.

Leverkusener Lob: „Haben uns laufen lassen“

So lobte Bayer-Torschütze Jonas Hofmann bei Werkself-TV das mutige Nürnberger Spiel mit Ball: „Ich muss leider sagen, dass sie uns in der ersten Halbzeit laufen lassen haben und wir nicht so den Zugriff gefunden haben. […] Nürnberg war sehr gut im Spielaufbau“, gab der 34-Jährige zu und wusste: „Wenn du solch einer spielstarken Mannschaft Platz lässt, kombinieren sie sich heraus.“

Auch Mitspieler und Doppeltorschütze Edmond Tapsoba hatte lobende Worte für die Mannschaft von Trainer Miroslav Klose übrig: „Wir wussten, dass Nürnberg eine Mannschaft ist, die sehr gut Fußball spielen kann. Sie haben gute Spieler und waren gut vorbereitet.“

Otto nennt Unterschied zur 2. Bundesliga

Dass der Club insbesondere nach dem Leverkusener Anschlusstreffer sowohl mit als auch gegen den Ball viel leiden musste, lag auch an der großen Qualität des Gegners. Dadurch wurden die Unterschiede zwischen der Bundesliga und der 2. Bundesliga deutlich sichtbar: „Diese Druckphasen hast du auch gegen andere Mannschaften. Aber dass du so erdrückt wirst und gar nicht mehr rauskommst, ist der Unterschied von zweiter zu erster Liga“, analysiert Otto.

Dass die eigene Passquote nach der Pause sogar von 80 auf 86 Prozent stieg, spricht zumindest dafür, dass man seiner spielerischen Linie trotz des zunehmenden Drucks treu bleiben wollte.

Auf der anderen Seite sei dem Gegner wohl, der Spieler wie Ibrahim Maza und Patrik Schick zur Pause bringen kann – Spieler, die nicht nur einem Zweitligisten wie dem 1. FC Nürnberg Probleme bereiten können, sondern auch dem einen oder anderen Bundesligisten oder Europa-League-Teilnehmer. Insofern muss sich der Club weniger über die eigene Leistung ärgern als vielmehr darüber, dass man das Spiel insbesondere durch Gegentore nach Ecken aus der Hand gab.

Mit gutem Gefühl in kommende Aufgaben

„Ich denke, jetzt können wir mit einem richtig guten Gefühl Richtung St. Pauli gehen“, resümierte Otto trotz des Ausscheidens. Viel Lob und viele positive Aspekte, die es nun wieder in Ergebnisse umzuwandeln gilt.

Schließlich mussten die Franken nach den ersten neun Pflichtspielen ohne Niederlage zuletzt zwei Niederlagen in Serie hinnehmen und warten inzwischen seit vier Spielen auf einen Sieg. Angesichts der gezeigten Leistungen dürfte es allerdings nur eine Frage der Zeit sein, bis man wieder dreifach punktet – solange man gleichzeitig die inzwischen offensichtliche Standardschwäche abstellt. Denn diesbezüglich ist man, im Gegensatz zu anderen Aspekten des eigenen Spiels, noch weit von der Bundesligatauglichkeit entfernt.