Standard-Chaos beim FCN: Schon 12 Gegentore nach ruhendem Ball – „Natürlich ärgert das uns“

Den 1. FC Nürnberg kosten Gegentore nach Standards nicht zum ersten Mal Spiele und Punkte.

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Foto: DO IT NOW Media

Kein strukturelles Standardproblem beim FCN?

„Ich glaube nicht, dass das etwas mit der Struktur zu tun hat“, sagte Miroslav Klose nach dem 4:4-Unentschieden des 1. FC Nürnberg gegen den VfL Wolfsburg auf Nachfrage zu den gleich drei Gegentoren nach Eckbällen. Etwas, das es zuvor seit über vier Jahren in der Liga nicht mehr gegeben hatte – und sich nun keine drei Wochen später schon wiederholte. Auch beim 2:5-Ausscheiden in der zweiten Runde des DFB-Pokals gegen Bayer Leverkusen gingen drei Gegentoren Eckbälle voraus.

Schon wieder drei Gegentore nach Ecken

„Drei Tore fallen durch Standardsituationen. Das müssen wir besser verteidigen“, monierte Torhüter Jan Reichert nach der Partie am Sportschau-Mikrofon. Insbesondere wegen der Gegentore nach Standards sei das Ergebnis letztlich „zu hoch“ ausgefallen. Insofern fordert der Kapitän: „Das müssen wir angucken, was wir besser machen können.“ Gleichzeitig wollte er die Qualität von Bayer-Innenverteidiger Edmond Tapsoba, der nach zwei Eckbällen entscheidend einnetzte, nicht unerwähnt lassen.

Entscheidend für den Spielverlauf

Besonders bitter waren die Gegentore nach Ecken, weil sie den Spielverlauf maßgeblich beeinflussten. Schließlich zeigte der Club rund 40 Minuten lang eine richtig starke Leistung gegen einen Top-Bundesligisten und konnte laut Reichert „verdient 2:0 in Führung gehen“.

Umso ärgerlicher war der Leverkusener Anschlusstreffer vier Minuten vor der Pause: „Bisschen schade, dass man vor der Halbzeit dieses Tor kassiert.“ Nur vier Minuten nach Wiederanpfiff war es erneut Tapsoba, der nach einer Ecke traf. Damit gab der FCN seine Zwei-Tore-Führung durch zwei Gegentreffer nach Eckbällen aus der Hand.

Auch der anschließende Führungstreffer der Werkself fiel nach einem ruhenden Ball, allerdings per Strafstoß. Der fünfte Leverkusener Treffer entstand ebenfalls im Anschluss an eine Ecke. „Natürlich ärgert das uns“, fasste Klose zusammen. Der Trainer stellte fest, dass seine Mannschaft Standards lange Zeit gut verteidigt habe, die Gegner inzwischen aber offenbar Räume gefunden hätten, die sie ausnutzen können.

Bereits zwölf Gegentore nach ruhendem Ball

Die Beispiele, in denen die Franken in dieser noch jungen Saison entscheidende Gegentore nach Standards kassierten, sind inzwischen zahlreich. Nur wenige Tage zuvor verlor der Club in der Liga gegen den 1. FC Kaiserslautern nach einem Einwurf. In der ersten Pokalrunde sorgte eine Freistoßflanke dafür, dass sich der FCN bei Viktoria Köln noch durch die Verlängerung und das Elfmeterschießen kämpfen musste. Beim 2:2 in Kiel führte eine ähnliche Situation zum zwischenzeitlichen Ausgleich.

Zusammengerechnet steht der FCN nach elf Pflichtspielen in dieser Saison bereits bei zwölf Gegentoren nach ruhenden Bällen – bei insgesamt 18 Gegentreffern. Selbst wenn man die Strafstöße herausrechnet, bleiben neun Gegentore nach Standardsituationen. Allein sechs davon fielen nach Eckbällen in den beiden Partien gegen Wolfsburg und Leverkusen.

Standardproblem kostet FCN Punkte

Zahlen, angesichts derer sich ein strukturelles Problem kaum noch von der Hand weisen lässt. „Wenn man die Standardsituationen herausnimmt, haben wir es trotzdem sehr ordentlich gemacht gegen einen Gegner, der über unfassbar viel Qualität verfügt“, resümierte Reichert nach der Niederlage in Leverkusen.

Doch Standardsituationen können nun mal genauso spielentscheidend sein wie der schöne Fußball, den der 1. FC Nürnberg über weite Strecken dieser Saison zeigt. Insofern sollte man beim FCN tunlichst daran arbeiten, dieses augenscheinliche Problem, das bereits mehrere Punkte gekostet hat, in den Griff zu bekommen. „Wir sind am aufbereiten, arbeiten und Lösungen finden“, versicherte Klose.