Dauerthema
Die rechte Defensivseite ist und war beim 1. FC Nürnberg schon fast die gesamte Saison über ein Thema. 31 Prozent der Gegentore entstanden über diese Seite, während es über links nur 17 Prozent waren. Zuletzt erlebte Justin von der Hitz in Berlin äußerst unglückliche 45 Minuten, bevor er ausgewechselt wurde. Bei der 0:1-Heimniederlage gegen Fortuna Düsseldorf durfte er erneut von Beginn an auflaufen – und bewies vor allem seine Offensivqualitäten einmal mehr. Der Gegner schien jedoch auf jener Seite eine Schwachstelle ausgemacht zu haben.
Anfangs Anpassung
Die Rheinische Post schreibt, dass Fortunas Trainer Markus Anfang auch deshalb eine Anpassung im eigenen Spiel vornahm. Florent Muslija (zweitbester Torschütze und bester Vorlagengeber bei F95) agierte mit Ball nicht eingerückt, sondern links außen am Flügel. Dafür schob der nominelle linke Schienenspieler Christopher Lenz in den Halbraum. Torschütze Shinta Appelkamp bestätigte im Nachgang, dass man bewusst vermehrt über die linke Seite attackieren wollte. Auch deshalb führte Muslija am Ende nach Düsseldorfs Stoßstürmer Cedric Itten die meisten Offensivduelle der Partie.
Einstudiert
Auch das goldene Tor des Tages kassierte der FCN daraus. Muslija steckte den Ball auf den in die Tiefe startenden Lenz durch, dessen Flanke Appelkamp verwertete. „Das ist kein Zufallsprodukt, das war so trainiert – und dass es dann im Spiel klappt, ist dann umso besser“, hatte man sich auf Seiten der Fortuna bewusst darauf vorbereitet. Der Club hatte hingegen das ein oder andere Mal Zuordnungsprobleme – und von der Hitz gewann keines seiner fünf geführten Defensivduelle, wenngleich er ansonsten viele gute Aktionen für sich verbuchen konnte.
Andere Faktoren
Dennoch war es aus Nürnberger Sicht keinesfalls so, dass man nur wegen Anfangs Umstellung ein schwaches Spiel ablieferte. „Viel zu wenig Bewegung“ war einer der weiteren Faktoren, die Miroslav Klose anführte. Seine Mannschaft musste die Fortuna durch die Niederlage auch in der Tabelle an sich vorbeiziehen lassen. „Wir haben uns das alles ganz anders vorgestellt“, war der Weltmeister entsprechend unzufrieden – im Gegensatz zu Anfang, der auch über seine Umstellung glücklich war.



