Keine Wechsel
Am 23. Spieltag gastierte der 1. FC Nürnberg beim VfL Bochum. Der FCN wollte nach dem 5:1-Erfolg gegen den KSC aus der Vorwoche endlich auch auswärts punkten, was in den vergangenen vier Partien nicht gelungen war. Etwas überraschend entschied sich Miroslav Klose für die Startelf vom vergangenen Freitag, sodass Finn Ole Becker nach abgesessener Gelbsperre nur auf der Bank Platz nehmen durfte. Den Kaderplatz verlor dafür Ayoub Chaikhoun. Bochum musste hingegen aufgrund muskulärer Probleme kurzfristig auf den linken Flügelspieler Gerrit Holtmann verzichten.
Guter Beginn
Der Club benötigte keine Anlaufzeit, um ins Spiel zu kommen. Von Beginn an zeigte man sich gut auf den Gegner eingestellt und startete entsprechend überlegen. Die Wucht und Intensität, die der VfL zuletzt vor allem in Heimspielen an den Tag legte, war zunächst nicht zu sehen. Stattdessen agierte der FCN sehr spieldominant.
Grund dafür waren unter anderem die eigenen Positionierungen. Die beiden Achter Rabby Nzingoula und Tom Baack positionierten sich relativ hoch und eng im Zentrum. Dadurch waren die Franken für zweite Bälle sehr gut gestaffelt. Viele davon landeten bei der Klose-Elf, die von dort aus in ihr Ballbesitzspiel kam und den Gegner laufen ließ.
Ohne Zugriff
Die Bochumer versuchten, den Club sehr mannorientiert und früh zu pressen, was in der Anfangsphase jedoch nicht funktionierte. Der VfL hatte unter anderem am Flügel Probleme, wo der Club mit den Außenverteidigern Berkay Yilmaz und Justin von der Hitz die Breite hielt. Vor allem über Yilmaz konnte man einige Situationen auflösen, da Bochum zu spät auf ihn herausschob. Auch Spielverlagerungen waren ein häufig genutztes Mittel der Franken.

Aufgegangen
Auch wenn man die überlegene und bessere Mannschaft war, konnte man daraus relativ wenige klare Abschlüsse kreieren. Das lag auch daran, dass man aussichtsreiche Situationen zu leichtfertig vergab. Adriano Grimaldi konnte beispielsweise einige lange Bälle gut behaupten oder weiterleiten, lieferte am Boden jedoch phasenweise einen unglücklichen Auftritt ab.
Unglückliche Aktionen mit Ball hatten auch Tom Baack und Rabby Nzingoula in ihrer FCN-Zeit bereits. Dass beide von Beginn an aufliefen, zahlte sich jedoch beim Führungstreffer aus. In der 38. Minute trug Nzingoula nach einer Balleroberung den Ball über rechts nach vorne, bediente den hinterlaufenden Baack, dessen Flanke Zoma in der Mitte nach einem guten Laufweg vollendete. Bereits zuvor war der Italiener auffällig, indem er seine Sprungkraft unter Beweis stellte und einige Bälle mit dem Rücken zum Tor behaupten konnte – neben seinen bekannten Qualitäten in Tempo und Tiefgang.

Bochum kommt auf
Zur Pause war die Nürnberger Führung verdient. Im zweiten Durchgang änderte sich die Statik des Spiels jedoch. Der VfL erhöhte die Intensität und fand besser in das eigene Spiel. Man presste nun sehr hoch und verteidigte hinten viel im Eins-gegen-eins. Es dauerte lange, bis der Club wieder eine ruhige Ballbesitzphase verbuchen konnte. Dennoch hätte es ein bis zwei Umschaltsituationen gegeben, die man zum 0:2 hätte nutzen können.
Ansonsten dominierte nach und nach Bochum das Spiel, das nun auch besser in die eigenen Abläufe fand. Rechtsverteidiger Olsen schob weit nach vorne, sodass sich situativ eine Art 3-2-5 ergab, in dem der FCN die Halbräume nicht immer schließen konnte. Vor allem über die linke Seite, über die die Mannschaft von Uwe Rösler rund 60 Prozent ihrer Angriffe vortrug, entstanden einige Durchbrüche.

Gerecht
Auch der Elfmeter zum 1:1 entstand über die rechte Nürnberger Defensivseite. Kwarteng und Pannewig kamen in ein Zwei-gegen-eins gegen von der Hitz, Markhiyev schob spät auf die Ballseite und am Ende landete der Ball an der Hand von Luka Lochoshvili. Onyeka verwandelte den fälligen Strafstoß zum Ausgleich.
Es sollte der letzte Bochumer Abschluss im gesamten Spiel bleiben – auch weil der Club auf ein 4-1-4-1 gegen den Ball umstellte und wieder besseren Zugriff bekam. Selbst hatte man zwischen der 65. Minute und der Nachspielzeit jedoch keinen eigenen Abschluss, weshalb man über 90 Minuten von einem gerechten Remis sprechen kann.
Mal wieder gepunktet
Kurz zusammengefasst zeigte der 1. FC Nürnberg in Bochum eine gute erste und eine schwächere zweite Halbzeit – eine Spielentwicklung, die es nicht zum ersten Mal in dieser Saison gab. Dass Klose auf Änderungen, auch personeller Natur, lange wartete, war etwas überraschend.
Trotzdem war die Leistung über 90 Minuten, die sich nach und nach zu einem Abnutzungskampf entwickelten, ordentlich – vor allem, wenn man die Schwere der Aufgabe berücksichtigt. Mit vier Punkten aus zwei Spielen darf man insgesamt zufrieden auf die ersten beiden Partien nach der Vertragsverlängerung des Trainers blicken – wenngleich man sich diese durch die zehnte Gelbe Karte Markhiyevs sowie die Verletzung Nzingoulas teuer erkaufte.



