Viel über links
Nicht nur im Frankenderby sah man einen 1. FC Nürnberg, der dem Gegner über seine linke Außenbahn vor Probleme stellen kann. Der FCN trägt bereits die gesamte Saison über viele seiner Angriffe über den linken Flügel vor. Insgesamt 41% der Nürnberger Eintritte in das letzte Drittel erfolgen über die Seite von Berkay Yilmaz und Mohamed Ali Zoma. Prozentual spielen in der 2. Bundesliga lediglich Bochum und Karlsruhe mit jeweils 42% anteilig etwas mehr über die linke Außenbahn.
Viel Dynamik
Das hat beim Club vor allem auch mit seiner stark besetzten Seite zu tun. Während Yilmaz – zumeist als Linksverteidiger – viele gegnerische Pressingsituationen im 1-gegen-1 auflösen kann und darüber hinaus seine Vordermänner mit vielen unterstützenden Läufen hilft, bringt Zoma eine andere unersetzliche Komponente mit. Der Italiener ist ein guter Tempodribbler und bringt vor allem eine sehr hohe Geschwindigkeit mit, sodass er mit 35,5 km/h auch der schnellste Nürnberger ist. Das kann er auch bei Läufen in die Tiefe einsetzen – ein Element, das die Nürnberger Offensive ansonsten nur bedingt mitbringt.

Sprinter
So auch beispielsweise beim 2:2 gegen Fürth. Adriano Grimaldi ist ein Zielspieler, Julian Justvan spielt lieber die Bälle in die Tiefe, als diese selbst zu belaufen, und für Finn Ole Becker gilt Ähnliches. So lag und liegt es oft vor allem an Zoma und seinem Hintermann Yilmaz, mit Läufen den Rücken der gegnerischen Abwehr zu attackieren. Dass die beiden das oft und gut machen, zeigen auch die Zahlen. Zoma zog in dieser Spielzeit bereits 169 Sprints im eigenen Ballbesitz, dahinter folgt clubintern Yilmaz mit 160, woraufhin eine große Lücke klafft.
Traumduo
Deshalb sind beide – auch in der Kombination auf einer Seite – für den 1. FC Nürnberg zwei Spieler, die offensiv einen entscheidenden Faktor beitragen. Zoma ist mit immerhin fünf direkten Torbeteiligungen der zweitbeste Scorer der Franken. Yilmaz gehört ligaweit zu den Spielern, die die meisten Hereingaben von der Grundlinie aus bringen – und verzeichnet darüber hinaus die meisten erfolgreichen Offensivaktionen aller Außenverteidiger.
Und dennoch sind beide noch nicht am Ende ihrer Entwicklung angekommen. Yilmaz kann sein Stellungsspiel in der Defensive nach wie vor verbessern, Zoma hat in Details wie in der Spielfortsetzung mit dem ersten Kontakt und in der Effizienz noch Steigerungspotenzial. Für den FCN sind sie aber auch so schon ein Duo, das jederzeit den Unterschied machen kann. Im Idealfall auch auf Schalke.



