„Viele gute Entscheidungen“: Hecking verteidigt seine FCN-Zeit

Der ehemalige Sportvorstand spricht über Nürnberg, neue Aufgaben – und warum er Datenscouting kritisch sieht.

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Foto: FCN

Gute Entscheidungen

„Auf unbefriedigendem Niveau konstant“, beschrieb der 1. FC Nürnberg rückblickend die Amtszeit von Dieter Hecking als Sportvorstand, als man sich im Mai 2024 von ihm trennte. Auf den Plätzen 11, 8, 14 und 12 lief man unter seiner Regie am jeweiligen Saisonende ein. Hecking selbst sieht seine Zeit beim FCN auch im Nachhinein nicht so negativ, wie sie häufig dargestellt wird. „Ich kann schon sagen, dass in diese Zeit auch viele gute Entscheidungen gefallen sind“, äußert er sich im Interview mit dem RND.

Vor allem die Entscheidung, auf eigene Talente zu setzen, schreibt er sich positiv zu: „Insbesondere vermehrt auf den eigenen Nachwuchs zu setzen, um diesem einen möglichen Weg zum Profifußballer aufzuzeigen und für den Verein mögliche Transfererlöse zu generieren.“

Zukunft als Trainer

Jede seiner Entlassungen – ob zuletzt in Bochum oder zuvor in Nürnberg – war für den 61-Jährigen nur schwer zu verdauen. „Ich war immer enttäuscht“, gesteht er und erklärt dies mit seiner Haltung zum Job: „Da gibt es keine 80 Prozent. Du brauchst immer die 100. Das heißt für mich, morgens um 7:30 Uhr als Erster im Büro zu sein und um 19 Uhr als Letzter zu gehen. Nur so kann ich vorbereiten, dass alles läuft.“

Trotz dieser Erfahrungen sieht Hecking seine Karriere noch lange nicht als beendet an. Zwar bezeichnet er die Aufgabe als Sportvorstand in Nürnberg rückblickend als „sehr reizvoll“, sagt aber zugleich, dass er sich mehr als Trainer sieht. „Ich habe viel zu viel Lust, etwas zu machen. Ich kann und möchte dem Fußball noch viel geben“, blickt er nach vorn. Auch das ein oder andere Angebot habe es bereits gegeben. „Entscheidend ist aber, ob eine Anfrage sofort etwas Positives bei mir auslöst“ – das sei bislang noch nicht der Fall gewesen.

Andere Denkweise

Aus Heckings Aussagen lässt sich zudem ableiten, dass das Scouting des 1. FC Nürnberg unter seiner Führung heute anders aussehen würde. „Es gibt Vereine, die nur noch datenbasiert arbeiten“, sagt der DFB-Pokalsieger von 2015. „Man muss erst auf die Sportler schauen und dann auf die Daten“, ordnet er die Prioritäten anders ein, als es beim FCN der Fall ist, wo viele Entscheidungen datenbasiert getroffen werden sollen.