Trotz Niederlage: Warum der FCN auf dem richtigen Weg ist – und was jetzt noch fehlt

Dem furiosen Rückrundenauftakt des 1. FC Nürnberg folgte ein Dämpfer.

1. FC Nürnberg FCN News CLUBOFKUS Analyse Bochum Klose Siebers Taktik
Foto: DO IT NOW Media

Sieg gegen SVE nicht bestätigt

Zumindest ergebnistechnisch konnte der 1. FC Nürnberg seinen 3:2-Sieg über die SV Elversberg zum Rückrundenstart nicht bestätigen. Beim Auswärtsspiel bei Darmstadt 98 folgte eine 0:2-Niederlage, weshalb der aufkommende Schwung nicht mit einem weiteren Erfolg transportiert werden konnte. Doch insbesondere ein starker Auftritt in Durchgang eins dürfte nicht nur Miroslav Klose das Gefühl geben, seit Jahresbeginn weiter auf dem richtigen Weg zu sein: „Das einzige, was wir uns wirklich vorwerfen müssen, ist, dass wir zuvor nicht in Führung gegangen sind“, blickte der 47-Jährige gegenüber der BILD auf eine vermeidbare Niederlage am Böllenfalltor zurück.

Selten starke Halbzeit in Darmstadt

Pressingresistenz, Variabilität und im richtigen Moment Vertikalität: Der FCN trotzte einem physisch starken Tabellendritten, verpasste es aber, bei 12:4 Schüssen mit einer Führung in die Pause zu gehen. „Es hat so ein wenig die Ruhe gefehlt. Wir haben oft zu früh gespielt. Da müssen wir geduldiger sein“, sah Klose seine Mannschaft viele aussichtsreiche Angriffe nicht konsequent genug ausspielen.

Mindestens acht Schüsse weniger als die Gästemannschaft in einer ersten Halbzeit abzugeben, erlebten die Lilien zuletzt in der Bundesligaabstiegssaison im März 2024 gegen den FC Bayern. Das unterstreicht nochmals die Nürnberger Leistung gegen einen seit fast neun Monaten zu Hause ungeschlagenen Gegner.

Deutliche Verbesserungen

Offenbar konnte über die Winterpause an Bereichen gearbeitet werden, die in der Hinrunde phasenweise nicht so gut funktionierten. Das zeigt auch eine Vielzahl an Daten, die nach zwei Rückrundenspielen zwar nur bedingt stichhaltig sind, aufgrund der Duelle gegen zwei Teams aus den Top-3 aber dennoch einen vielversprechenden Trend ankündigen.

So rangiert der Club in puncto abgegebener Schüsse auf Rang eins der Rückrunde. Die 44 abgegebenen Schüsse gegen Elversberg und Darmstadt sind nur einer weniger als in den letzten fünf Hinrundenspielen. Auch die Offensiv-Standards scheinen verbessert: Acht Abschlüsse nach Ecken in der Rückrunde stehen derer acht in den letzten sechs Hinrundenspielen gegenüber.

Auch das Pressing scheint nun besser zu greifen. Sowohl gegen Elversberg als auch gegen Darmstadt stellte man mit 19 beziehungsweise 22 Balleroberungen im Angriffsdrittel Bestwerte unter Trainer Klose auf. Zum Vergleich: In der Hinrunde kam der Club auf durchschnittlich zehn hohe Balleroberungen pro Spiel. Dazu passt ins Bild, dass man auch in puncto Balleroberungen in der Rückrunde die Nummer eins der Liga ist.

Altbekannte Probleme

Zahlen, die einen positiven Trend aufzeigen – wenngleich sich gegen Elversberg und Darmstadt auch altbekannte Probleme zeigten. Allen voran die Chancenverwertung, durch die man sich in beiden Spielen den Spielverlauf erschwerte. Nach zahlreich vergebenen Möglichkeiten ging man jeweils mit 0:1 in Rückstand – inzwischen schon zum fünften Mal aus den vergangenen sechs Spielen. „Da muss ein Tor rumkommen“, weiß auch Klose.

Eine Antwort konnte man am Böllenfalltor, anders als in den beiden Spielen zuvor, diesmal nicht finden. Stattdessen blieb man von Minute 44 bis 72 sogar eine halbe Stunde gänzlich ohne Abschluss und verlor das Spiel – inklusive vermeidbarer Gegentore – in dieser Phase. Auch, weil man keine Antwort auf die Anpassungen des Gegners fand, was bereits in der Hinrunde öfter ein Problem darstellte. Die abermals späten Einwechslungen konnten daran ebenfalls nichts ändern.

„Richtige Richtung“

Nichtsdestotrotz bleibt nach dem überzeugenden Sieg gegen Elversberg auch die starke erste Hälfte in Darmstadt, wo man in vielen anderen Fällen höchstwahrscheinlich mit einer Führung in die Pause gegangen wäre und das Spiel demzufolge dann anders hätte gestalten können.

Doch auch trotz dieser Niederlage stehen sechs Punkte gegen Hannover, Elversberg und Darmstadt, womit wohl fast jeder im Vorfeld zufrieden gewesen wäre. Insofern dürften die Chancen nicht schlecht stehen, auf Grundlage der bisherigen Rückrundenleistungen noch viele Punkte in der Restsaison zu sammeln. „Das muss ich schon sagen, dass wir drei richtig gute Halbzeiten gespielt haben“, so Klose, der dementsprechend glaubt, „in die richtige Richtung“ zu gehen.