Zwischen oben und unten
Während die meisten Teams der 2. Bundesliga entweder um den Auf- oder Abstieg kämpfen, ist die Ausgangssituation beim Duell zwischen dem 1. FC Nürnberg und dem 1. FC Kaiserslautern eine andere. Zwar betont FCN-Trainer Miroslav Klose, dass der Blick nach wie vor primär nach unten geht. Durch den Sieg in Kiel beträgt der Abstand auf den 16. Platz dennoch sieben Zähler.
Noch mehr im „Niemandsland“ steht der FCK mit 40 Punkten. Damit hat man acht Zähler Rückstand auf den Tabellendritten und läuft dem eigenen Anspruch, um den Aufstieg mitzuspielen, etwas hinterher. Bei einem Heimsieg könnte der Club sogar auf vier Punkte an die Pfälzer heranrücken.
Zweite Bälle
Was für die Klose-Elf am Samstag entscheidend sein wird, ist das Verhalten bei zweiten Bällen. Schließlich verzeichnet Kaiserslautern die zweitschwächste Passquote (78 Prozent) der Liga und spielt zugleich die zweitmeisten langen Bälle. Eine der Stärken der Mannschaft von Torsten Lieberknecht ist es, im Anschluss gut auf den zweiten Ball nachzurücken, von dort aus auf die Flügel zu verlagern und Flanken in die Box zu bringen. Dank einer guten Strafraumbesetzung erzielte man folglich ligaweit sowohl die drittmeisten Tore nach Hereingaben (10) als auch per Kopf (9).
Abwartender Club?
Spannend wird sein, wie sich der FCN gegen das 3-4-2-1 der Gäste im Spiel gegen den Ball präsentieren wird. Beim 1:1 im Hinspiel attackierte man bewusst nicht die erste Aufbaulinie des Gegners, um bei zweiten Bällen engere Abstände zu haben und die Schwächen Kaiserslauterns im spielerischen Bereich stärker zur Geltung kommen zu lassen.
Abgesehen davon verfügt der Tabellensiebte dennoch über viel individuelle Qualität – unter anderem mit Luca Sirch in der Abwehr sowie in der Offensive mit Marlon Ritter, Naatan Skyttä und dem zweifachen DFB-Nationalspieler Mergim Berisha. Diese Qualität nutzt man auch im Umschaltspiel, sodass man insgesamt die zweitmeisten Tore (10) nach Balleroberung erzielte.
Mann-gegen-Mann?
Nicht unwahrscheinlich ist es, dass auch im Nürnberger Spielaufbau der ein oder andere lange Ball mehr eingestreut wird, als man es im Idealfall gerne hätte. Kaiserslautern ist zwar auch in der Lage, im tiefen Block zu verteidigen, setzt jedoch häufig auf ein Mann-gegen-Mann-Pressing über das gesamte Feld. Ein solches zu bespielen gehörte nicht immer zu den Nürnberger Stärken.
Dennoch ist der Tabellensiebte keinesfalls frei von Fehlern in der Defensive. Mit 46 gegnerischen Expected Goals ließ man deutlich mehr zu als der Ligaschnitt. Der auf der Linie starke Torwart Julian Krahl konnte mit einigen Paraden jedoch dafür sorgen, dass man „nur“ 38 Gegentreffer hinnehmen musste.
Nachlegen
Für den 1. FC Nürnberg wird es darauf ankommen, den Sieg in Kiel zu bestätigen – vor allem, da die Leistungen in den vergangenen Wochen nicht dem eigenen Anspruch genügten. Gelingt dies mit drei Punkten, könnte man sich langsam aber sicher auf einen relativ ruhigen Saisonendspurt ohne Abstiegsängste einstellen.
Dabei trifft man auf einen Gegner, der zwar über Qualität, aber auch klare Schwächen verfügt. Unter anderem mit gut getimten Tiefenläufen – einer der Stärken des Clubs – könnte man diese aufdecken. „Wir wollen unsere Fans wieder daran erinnern, welchen Fußball wir zeigen können“, hofft Klose auf einen guten Auftritt seiner Mannschaft.



