Ambitionierte Fehlstarter
Am Sonntag empfängt der 1. FC Nürnberg die Hertha aus Berlin im Max-Morlock-Stadion. Beide Traditionsvereine dürften mit dem Blick auf die Tabelle nicht zufrieden sein. Während der Club trotz des ersten Saisonerfolgs gegen Bochum noch auf dem 16. Platz steht, rangiert die Hertha lediglich eine Position darüber. Es ist somit schon früh in der Saison eine Partie mit viel Brisanz.
Kriselnde Hertha
Vor allem für die Berliner dürfte es gegen den FCN auch um die Zukunft des Trainers Stefan Leitl gehen. Dieser übernahm in der Vorsaison von Ex-Nürnberg-Trainer Cristian Fiél und konnte die Hertha stabilisieren. In dieser Spielzeit zeigt man jedoch bislang extrem schwache Leistungen, was sich auch daran zeigt, dass man nach den Expected Points, also der eigenen und gegnerischen Chancenqualität, weit hinten in der Tabelle steht.
Wenig Torgefahr
Der FCN empfängt ein Team, das bislang aus dem Spiel heraus kaum Torgefahr initiieren konnte. Tatsächlich ist der Hauptstadtklub Tabellenletzter bei den Expected Goals. Gerade mal 21% der Angriffe spielt man durch das Zentrum, wodurch die in der Theorie guten Fußballer wie Michael Cuisance nur wenig stattfinden.
Wenn es mal gefährlich wird, ist es zumeist eine Einzelaktion über den Flügel. Schließlich erzielte man drei seiner vier Saisontore nach Flanke. Sehr aussagekräftig ist auch das Berliner Schussverhältnis in dieser Spielzeit, das mit durchschnittlich 9:17 pro Partie nicht gerade für sie spricht.
Schwachstellen
Eine Problemposition der Berliner ist unter anderem die Innenverteidigung, wo zuletzt Toni Leistner und Marton Dardai zusammen agierten. Leistner hat deutliche Schwächen im Spielaufbau, ist zudem zu langsam und verteidigt nur sehr ungern nach vorne. Dardai hingegen verfügt über einen ordentlichen linken Fuß, trifft defensiv aber auch sehr oft falsche Entscheidungen.
Gewarnt
Dennoch darf man die Hertha nicht unterschätzen. Vor allem offensiv verfügen sie mit David Kownacki und Fabian Reese über Spieler, die jederzeit den Unterschied ausmachen können. Deren Stärke kommt vor allem im Umschaltspiel zum Tragen. Ähnliches sah man auch beim bislang einzigen Ligaerfolg, als man überraschend bei den zuvor makellos gestarteten Hannoveranern mit 0:3 gewann.
Der Unterschied zu vielen anderen Spielen war hier, dass man sich auf die Kompaktheit gegen den Ball konzentrieren konnte, da Hannover das Spiel machte. Dadurch wurden Berlins Schwächen im eigenen Ballbesitzspiel kaschiert, ehe sie in der Vorwoche beim 0:2 gegen Paderborn wieder offensichtlich wurden. Zuletzt setzte man auf ein 4-2-3-1, nachdem man zu Saisonbeginn noch mit drei Innenverteidigern auflief.
Abstiegsränge verlassen
Mit einem Sieg könnte die Klose-Elf am Gegner vorbeiziehen und erstmals in dieser Saison die letzten drei Plätze verlassen. Aufmerksam wird man vor allem nach Ballverlust sein müssen, aus dem Spiel heraus kreierte die Hertha ansonsten wenig Torgefahr. Schafft man es zudem, in der gegnerischen Box noch effizienter zu werden, stehen die Chancen auf den nächsten Heimerfolg nicht schlecht.



