Einer kommt, einer geht
Im Sommer verlieh der 1. FC Nürnberg den talentierten Angreifer Uche Obiogumu zum 1. FC Schweinfurt. In der Winterpause einigten sich beide Seiten nun jedoch auf eine vorzeitige Auflösung des Leihvertrags. Nahezu gleichzeitig ging stattdessen die Leihe von FCN-Talent Winners Osawe zum Drittligaaufsteiger über die Bühne.
„Bei Winnie geht es ganz klar um Spielpraxis“, soll es laut Trainer Miroslav Klose beim Mittelfeldspieler besser laufen als bei Obiogumu, der in der Hinrunde nur viermal in der Startelf stand. „Die Aussichten stehen gut“, ist Klose entsprechend optimistisch: „Es ist trotzdem wichtig, dass der Junge spielt und auch unter Druck Spiele bestreitet.“
Sechs Leihspieler
Insgesamt sind es nun sechs FCN-Spieler, die vorübergehend in anderen Farben auflaufen. Neben Osawe wurde auch Semir Telalovic im Winter verliehen – Dustin Forkel, Nick Seidel, Nicolas Ortegel und Jannik Hofmann sind die weiteren Akteure. Für diese ist Dominik Schmitt der Ansprechpartner. Der 33-Jährige ist beim Club als Übergangskoordinator und Co-Trainer der Profis tätig. „Er schaut auch die Spiele, wenn möglich, live und ist mit den Jungs in Kontakt. Der Austausch ist richtig gut“, verrät Klose.
Wenig Spielpraxis
„Dementsprechend sind wir glücklich, wenn sie Spielminuten bekommen“, freut man sich in Nürnberg über viele Einsatzzeiten der Leihspieler. In der Hinrunde war dies jedoch nicht der Fall. Abgesehen von Torwart Nicolas Ortegel, der mit dem BFC Dynamo Berlin auf Platz 15 der Regionalliga Nordost steht, war keiner Stammspieler bei seinem Verein.
Innenverteidiger Nick Seidel schaffte es beim SSV Jahn Regensburg lediglich fünfmal in die Startelf. In der Wintervorbereitung traf er aber immerhin in einem Testspiel und durfte im letzten Vorbereitungsspiel gegen Greuther Fürth (2:0) von Beginn an auflaufen. Für den Rückrundenauftakt am Freitagabend gegen Ingolstadt könnte er somit ein Startelfkandidat sein.
Der ebenfalls nach Regensburg verliehene Forkel durfte nur viermal von Beginn an auflaufen und wartet noch auf seinen ersten Scorerpunkt. Deutlich näher an der Startelf steht Rechtsverteidiger Jannik Hofmann, der sich bei RW Essen mit Michael Kostka einen Zweikampf um die Position liefert, der auch für die Rückrunde 50:50 erscheint.
Nicht wie erhofft
„Um Spielpraxis zu erhalten und wieder zu uns zurückzukommen“, werden die Spieler laut Nürnbergs Trainer Klose verliehen. Im Idealfall sind sie danach zudem „ein Stück weit besser“. Auch wenn es noch zu früh ist, um ein endgültiges Urteil zu ziehen – und in der Rückrunde vieles passieren kann –, ist hier noch viel Luft nach oben. Bislang konnte keiner der jungen Spieler seinem neuen Verein den Stempel aufdrücken. Sollte sich das nicht ändern, erscheint es auch schwer vorstellbar, dass sich für sie in der Zweitligamannschaft des 1. FC Nürnberg eine Tür öffnet. Das lässt sich aber erst in ein paar Monaten endgültig bewerten.



