Torflaute von fast vier Jahren
Mit einer Durststrecke von fast vier Jahren ohne Profi-Tor wechselte Finn Becker im Sommer von der TSG Hoffenheim zum 1. FC Nürnberg. Sein letzter Treffer datierte aus dem Oktober 2021, als er für den FC St. Pauli in der 2. Bundesliga gegen Werder Bremen traf. Entsprechend war beim Club nicht unbedingt ein torgefährlicher Mittelfeldspieler zu erwarten.
Doch nach seinen ersten zehn Einsätzen beim FCN ist genau das Gegenteil eingetreten. Becker steht nach seinem erneuten Torerfolg beim 2:0-Sieg über Bielefeld bereits bei drei Treffern und zwei Vorlagen. Damit befindet er sich zum aktuellen Zeitpunkt einer Saison schon auf persönlichem Rekordkurs: Noch nie zuvor kam der 25-Jährige in einer kompletten Spielzeit auf mehr als sechs Scorerpunkte – und seine drei Treffer sind jetzt schon Karrierebestwert.

Nachstoßender Achter
Becker verkörpert genau den Achter-Typ, den das Spiel unter Trainer Miroslav Klose benötigt: technisch stark, kombinationsfreudig – und im richtigen Moment in die Gefahrenzone nachstoßend. Tatsächlich resultierten alle Becker-Tore daraus, dass der gebürtige Schleswig-Holsteiner bei Hereingaben vom Flügel aus dem Rückraum in den Strafraum eindrang und zum Abschluss kam.
„Ich schaue mir auch den Grischa Prömel von Hoffenheim an. Der meinte zu mir: Du musst auch in die Box laufen, um Tore zu machen“, erzählte Becker über einen Ratschlag seines ehemaligen Mitspielers.
Qualität statt Quantität
Dieses Nachstoßverhalten der Mittelfeldspieler, um die – wenn überhaupt – einzige Spitze zu unterstützen, entwickelt sich zunehmend zum Erfolgsrezept. Und das im Gegensatz zum Saisonbeginn: „Es ist viel besser geworden“, konstatiert Becker. Wie in vielen Bereichen beim 1. FC Nürnberg ist es jedoch vor allem die Qualität statt der Quantität, die sich verbessert hat.
So nahmen etwa Beckers Anzahl an Abschlüssen und Kontakten im Strafraum in den letzten sechs Spieltagen – in denen er all seine Treffer erzielte – im Vergleich zu den vorherigen vier sogar ab. Die durchschnittliche Qualität seiner Chancen und folglich auch die Effizienz seiner Abschlüsse hingegen stieg deutlich an. Genau das macht sich jetzt in seiner Torausbeute bemerkbar.

Nürnberger Potenzial mehr und mehr erkennbar
Der Trend zu mehr Qualität bei weniger Quantität ist bei der Klose-Elf inzwischen klar erkennbar. Mit jedem Spiel wird deutlicher, wie viel Potenzial in vielen Teilen dieser Mannschaft steckt – und wie gut der FCN damit derzeit das Fehlen eines klassischen Torjägers kompensieren kann – unter anderem durch einen torgefährlichen Mittelfeldspieler wie Finn Becker.



