Nicht beim FCN: Karafiat noch ungeschlagen seit Abgang

Der Ex-Innenverteidiger des 1. FC Nürnberg liefert sogar ligaweite Bestwerte und darf von einem Titel träumen.

1. FC Nürnberg FCN News Analyse Ondrej Karafiat
Foto: DO IT NOW Media

Karafiat-Verwechslung bei FCN-Spiel

Dass Ondrej Karafiat den 1. FC Nürnberg im Winter doch nicht verlassen hat, hätte man beim jüngsten 3:2-Sieg bei Holstein Kiel denken können. Denn der Sky-Kommentator dieser Partie verwechselte den Ende Januar zu FK Mlada Boleslav gewechselten Tschechen mit Winterneuzugang Styopa Mkrtchyan, der ebenfalls Innenverteidiger ist und die Rückennummer 44 von Karafiat übernahm. Dabei erlebt der einstige Fanliebling des FCN nun in seiner Heimat eine richtig positive Zeit – und nicht etwa am Samstag in Kiel.

Karafiat noch ungeschlagen

Sein Ex-Verein FK Mlada Boleslav holte Karafiat zurück, um die Defensive des Abstiegskandidaten angesichts von 41 Gegentoren nach 19 Spieltagen – der damit anfälligsten Abwehr der tschechischen Liga – zu stabilisieren. Ein Vorhaben, das offenbar bestens gelingt. Denn mit dem 31-Jährigen auf dem Feld sind die Mittelböhmen sogar noch ungeschlagen.

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Der Rückstand auf einen Platz außerhalb der Abstiegsrunde beträgt nur noch zwei Punkte.

Sechsmal kam Karafiat seit seiner Rückkehr in der Liga zum Einsatz: Dabei stehen zwei Siege und vier Unentschieden bei vier Spielen ohne Gegentor zu Buche. Das einzige Ligaspiel, das der Ex-Nürnberger verpasste, ging gegen Tabellenführer Slavia Prag mit 0:4 verloren. Insofern scheint sein positiver Einfluss auf die Mannschaft unbestritten. Zumal zudem im Pokalviertelfinale ein Überraschungssieg über den Tabellenzweiten Sparta Praga im Elfmeterschießen gelang, wo Karafiat den ersten Schuss verwandelte, nachdem zuvor 120 Minuten die Null gehalten wurde. Der Traum vom Einzug ins Finale lebt.

Allzweck-Ondrej

Dabei macht sich Trainer Ales Majer die Vielseitigkeit Karafiats zunutze. So verteidigte der Routinier bereits auf allen drei Positionen einer Dreierkette, in einer Viererkette und auch schon im zentralen Mittelfeld, von wo aus er ebenfalls ein Tor vorbereiten konnte. Vor allem seine Defensivwerte können sich sehen lassen: Über sieben gegnerische Bälle fängt der Verteidiger pro 90 Minuten ab – Bestwert unter allen rund 300 Spielern der Liga, die mindestens auf Karafiats bisherige Einsatzzeit von 559 Minuten kommen. In puncto erfolgreicher Defensivaktionen zählt er zudem zu den besten acht Prozent der „Chance Liga“.

Positivlauf mit weiterem Ex-Nürnberger

Dass seine Zeit beim 1. FC Nürnberg zu Ende ging, bleibt dennoch nachvollziehbar. Denn spätestens seit der Umstellung auf eine Viererkette spielte Karafiat keine Rolle mehr. Nichtsdestotrotz dürfte man sich beim Club über Karafiats derzeitigen Positivlauf freuen – der übrigens auch mit einem weiteren Ex-Nürnberger korreliert: Denn Michal Sevik, der in der Hinrunde der Vorsaison zum FCN ausgeliehen war, steuerte bei den letzten beiden Siegen jeweils ein Tor bei und steht inzwischen schon bei immerhin neun Toren und zwei Vorlagen in 27 Pflichtspieleinsätzen.