Neues Traumduo beim FCN? „Bietet sich mit unseren Profilen an“

Zielspieler Scobel und Sprinter Zoma harmonierten bestens beim 1. FC Nürnberg.

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Foto: DO IT NOW Media

Neues Sturmduo beim FCN

Mit den zweitwenigsten Toren der Hinrunde war der Angriff das große Problem des 1. FC Nürnberg. Zum Jahresstart scheint sich das Blatt nun jedoch gewendet zu haben. Bereits beim 7:1-Sieg in der Generalprobe gegen die Grasshoppers Zürich deutete sich an, dass eine Doppelspitze aus Piet Scobel und Mohamed Ali Zoma gut funktionieren könnte. Die Bestätigung folgte beim 3:2-Erfolg zum Rückrundenauftakt, als das Duo sehr harmonisch wirkte und der 20-jährige Scobel in seinem Startelfdebüt nach rekordverdächtigen zwölf Abschlüssen prompt zum Doppelpacker und Matchwinner avancierte.

Unterschiedliche Profile

Dabei scheinen sich die unterschiedlichen Profile der beiden Stürmer bestens zu ergänzen. Während Zoma mit seiner Explosivität sehr umtriebig war und immer wieder die Tiefe attackierte, agierte der 1,91 Meter große Scobel als Zielspieler im Nürnberger Spiel. Durch diese Mischung konnte der spielstarke Club neben dem gewohnten Kombinationsspiel auch immer wieder über geradlinige Aktionen Gefahr erzeugen:

„Es war natürlich eine Option, wenn wir es nicht immer flach rausspielen können, dass wir dann einen langen Ball spielen und ich auf Zoma verlängere. Ich denke, da bietet sich das Ganze mit unseren beiden Profilen an“, erklärte Scobel nach der Partie.

Zielspieler und Tiefenläufer

Gleich zehn der 37 gespielten langen Pässe des FCN gingen in Richtung Scobel, dem es mit seiner Körperlichkeit immer wieder gelang, den Ball festzumachen oder zu verlängern. „Mir geht es um die Präsenz: dass er weiß, mit dem Gegenspieler zu spielen. Mal vor, mal hinter dem Gegenspieler, dass der nicht greifbar ist“, gefielen Miroslav Klose die Bewegungen seines neuen Torjägers.

Während Scobel die drittmeisten Luftduelle (13) aller Spieler an diesem Spieltag der 2. Bundesliga führte, absolvierte Zoma die fünftmeisten Sprints im eigenen Ballbesitz (18). Sprich: Der eine band die gegnerischen Verteidiger, der andere attackierte die dadurch entstehenden Räume. In der Folge hatte an diesem Spieltag kein anderer Akteur mehr Aktionen im gegnerischen Strafraum als Zoma (9) oder Scobel (13).

Neues Element im FCN-Spiel

Insofern macht dieses neue Duo das Spiel des 1. FC Nürnberg deutlich flexibler. In der Hinrunde hatte etwa Kiels Trainer Marcel Rapp noch die Effizienz des Nürnberger Kombinationsspiels infrage gestellt: „Wie viele Spieler sind denn überhaupt torgefährlich? Lass sie doch einfach spielen.“

Dem konnte man nun mit dem zusätzlichen Element des langen Balles begegnen – auch wenn man der ursprünglichen Idee weiterhin treu bleiben möchte: „Das ist auch schon eine Variante, aber für mich nicht die erste Variante, die man in einer Saison einstudiert“, so Klose, der seine Mannschaft ohnehin nun zunehmend besser eingespielt sieht: „Das ist ein Prozess, den wir von Anfang an angestoßen haben. Aber jetzt greifen die Mechanismen, weil die Spieler wissen: Was macht der eine, was macht der andere.“

Offensiver Wendepunkt?

Die Hoffnungen sind nach diesem Jahresstart groß, dass sich die Offensive des 1. FC Nürnberg – insbesondere durch Piet Scobel und Mohamed Ali Zoma – endlich gefunden hat. Angesichts der bislang minimalen Stichprobe von nur einem Pflichtspiel bleibt jedoch abzuwarten, wie nachhaltig dieser Eindruck ist. Die Anfänge des vermeintlichen Traumduos sind jedenfalls vielversprechend.