Viel Lob
Dass der 1. FC Nürnberg nach Spielen viel Lob vom Gegner erhält, ist nicht neu. Nach dem Spiel gegen Elversberg betonte Trainer Vincent Wagner, dass der FCN über eine „sehr, sehr gute Mannschaft“ verfügt und dass er sich sicher sei, dass die Franken in der Tabelle noch klettern würden. Ähnlich positiv äußerte sich Darmstadts Coach Florian Kohfeldt nach dem 2:0-Erfolg gegen den Club bei Sky: „Ich habe eine richtig starke Nürnberger Mannschaft in der ersten Halbzeit gesehen.“
Obwohl die Lilien im ersten Spielabschnitt kaum Zugriff auf das Nürnberger Ballbesitzspiel bekamen, konnte er seiner Mannschaft nur wenig Vorwürfe machen. „Sie haben sich durch jede kleinste Lücke im Pressing durchgespielt“, war die Klose-Elf immer einen Schritt voraus und zudem technisch sehr sauber. „Wir haben Justvan im Zehnerraum nicht kontrolliert gekriegt“, war die Folge, „weil sie aber auch unter massivem Druck dort hineingespielt haben.“
Kopfballstarke Innenverteidigung
Auch aus Datensicht zeigt sich die spielerisch gute Leistung der Nürnberger. Die durchschnittliche Passlänge war nur einmal in einer ersten Halbzeit in dieser Saison geringer, die Anzahl der erfolgreichen Vertikalpässe nur einmal höher. Kohfeldt hob zudem hervor, dass Flanken gegen die Innenverteidigung um Luka Lochoshvili und Fabio Gruber „nicht die beste Idee“ seien – etwas, das seine Mannschaft in den ersten 45 Minuten aus seiner Sicht deutlich zu oft versuchte. SVD-Stürmer Isac Lidberg gewann im gesamten Spiel nur eines seiner fünf Kopfballduelle.
Nur mannorientiert möglich
Schon in der vergangenen Spielzeit verteidigten viele Zweitligisten gegen den Club im Mann-gegen-Mann. Darmstadt ist normalerweise eines der Teams, das sich stattdessen stärker über Raumdruck im Pressing definiert. Gegen den FCN setzte aber auch der Aufstiegskandidat vermehrt auf direkte 1-gegen-1-Duelle, um die Nürnberger Qualitäten einzudämmen: „Weil du Nürnberg nur pressen kannst, wenn du ballnah mannorientiert rangehst. Im Raum spielen sie dich weg, das muss man sagen.“
Damit das in der zweiten Halbzeit besser funktionierte, habe man in der Pause „ein paar Sachen angepasst“, die aus Kohfeldts Sicht dazu führten, „dass das Ergebnis über 90 Minuten okay geht“. Der FCN spielte entsprechend 2026 zweimal eine sehr starke erste Halbzeit, was auch das kumulierte Expected-Goals-Verhältnis von 2,8 zu 0,7 vor der Pause zeigt. Im zweiten Spielabschnitt lagen hier jeweils Darmstadt und Elversberg (kumuliert 2,1 zu 3) knapp vorne. Gegen Münster hofft der Club auf die nächste gute erste Halbzeit, in der man sich dann auch einmal mit einer Pausenführung belohnen könnte.



