Viel versucht, nichts geklappt
Der 1. FC Nürnberg spielt eine gute Saison. Für Florian Flick läuft es aus persönlicher Sicht jedoch bislang überhaupt nicht. Nachdem er aus der Startelf verdrängt wurde, kam der FCN in Schwung – auch, weil sich mit Caspar Jander ein Spieler für die Sechserposition fand, der auf Anhieb zum absoluten Unterschiedsspieler avancierte. Zwischenzeitlich gab es, um die Defensive zu stabilisieren, einige Versuche des Trainerteams, den Nürnberger Vizekapitän wieder in die Startelf zu befördern. Nachhaltig waren diese jedoch nicht.
Vorläufiger Höhepunkt
Was in Regensburg passierte, hat jeder mitbekommen. Noch nicht ganz geklärt ist jedoch die „Schuldfrage“ – wenngleich diese gar nicht so einfach zu beantworten ist. Natürlich war Florian Flick in beiden Situationen am Ende maximal unglücklich beteiligt. Vor allem über seine Rolle beim zweiten Gegentor wurde viel diskutiert.
Tatsächlich steht er etwas verloren in der Box und führt das Kopfballduell mit Gegenspieler Ganaus nicht wirklich. Beim Stand von 1:0 eingewechselt, an beiden Gegentoren beteiligt und dann mit einer Gehirnerschütterung ausgewechselt – man durfte durchaus Mitleid mit dem 24-Jährigen haben.
Keine Alleinschuld
Es wäre jedoch nicht fair, die Niederlage alleine an Florian Flick festzumachen. Zum einen waren beide Gegentore schon in der Entstehung sehr schlecht verteidigt. Zum anderen darf man auch die Entscheidung des Trainerteams hinterfragen. Die Idee, Flick im Ballbesitz auf die Sechserposition zu schieben, war nachvollziehbar. Dass der gelernte defensive Mittelfeldspieler aber in der Boxverteidigung Defizite hat, wog gegen die Flanken und langen Bälle des Gegners am Ende schwerer.
Flick-Abgang wahrscheinlich
„Wenn man ihn mit seiner Spielweise wie in den letzten Partien schätzt, gibt’s für uns keinen Grund für einen Wechsel“, verriet Flicks Berater Konstantinos Kilikidis während der Winterpause via BILD. Auch Flick erklärte, dass er im neuen Jahr nicht erneut so viel auf der Bank sitzen möchte. Der Status quo ist jedoch sicherlich nicht wie von der Spielerseite erhofft, denn Flick stand 2025 erst einmal in der Nürnberger Startelf – wurde auf Schalke aber schon in der Halbzeit ausgewechselt.
Dass sich Flicks Situation in dieser Saison noch bessert, ist sehr unwahrscheinlich. Zumal auf seiner Alternativposition als zentraler Innenverteidiger nun auch Fabio Gruber die Nase vorn haben dürfte. Somit scheint ein Neuanfang bei einem anderen Verein im Sommer das realistischste Szenario für den Nürnberger Vizekapitän. Zu wünschen wäre ihm aber, dass seine letzten Minuten im FCN-Dress nicht die in Regensburg bleiben. Denn das hätte der sympathische und ruhige Mittelfeldspieler nicht verdient. Für das Duell gegen den HSV ist er immerhin wieder fit und einsatzbereit.