Kloses Job-Endspiel gegen Fortuna: So entwickelte sich der FCN seit dem Hinspiel

Das sagen die Daten zur Entwicklung des 1. FC Nürnberg vor dem Rückspiel gegen Fortuna Düsseldorf.

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Kloses Job-Endspiel gegen Fortuna

Auch wenn es Joti Chatzialexiou im Nachgang dementierte, nachdem er seinem Trainer zuvor keine Jobgarantie ausstellen wollte, schien der 8. Spieltag ein echtes Endspiel für Miroslav Klose gewesen zu sein. Denn damals, vor dem Auswärtsspiel bei Fortuna Düsseldorf, stand der 1. FC Nürnberg mit vier Punkten aus den ersten sieben Spielen auf Rang 16. Bekanntermaßen gelang mit dem 3:2-Sieg in Düsseldorf ein Befreiungsschlag, der auf der anderen Seite die Entlassung für Daniel Thioune, der inzwischen den Bundesligisten Werder Bremen trainiert, bedeutete.

Stabilisierter FCN

Seitdem konnte sich der FCN stabilisieren – wenngleich der damalige Tabellenplatz heute als Neunter mit fünf Punkten Vorsprung noch nicht in allzu weiter Ferne liegt. In diesem Zeitraum von 17 Spieltagen sammelte die Klose-Elf 26 Punkte und steht in der Formtabelle dieses Zeitraums auf Tabellenplatz acht – nur drei Punkte hinter dem in dieser Phase drittplatzierten SV Elversberg. Insofern scheint man in dieser Halbserie durchaus einen Schritt in der Entwicklung gegangen zu sein.

Leistung gar nicht besser?

Der verbesserten Punktausbeute stehen aber nach wie vor starke Leistungsschwankungen gegenüber. Einen Anhaltspunkt dafür liefern die Expected Points, die aufgrund der statistischen Qualität und Quantität der eigenen und gegnerischen Torchancen zumindest annäherungsweise einen Hinweis auf das eigene Leistungsniveau geben. Überraschend: Diese Kennzahl lässt laut Opta sogar einen Leistungsabfall seit dem Hinspiel gegen die Fortuna erkennen. Während man an den ersten sieben Spieltagen statistisch 1,63 Punkte pro Spiel verdient gehabt hätte, waren es in den darauffolgenden 17 Spielen nur noch 1,38 zu erwartende Punkte pro Partie. Insgesamt deckt sich nach 24 Spieltagen die xP-Platzierung mit der tatsächlichen.

Leistungsschwankender FCN

Freilich besitzt ein solches Modell seine Schwächen und berücksichtigt beispielsweise keine günstigen Spielverläufe durch frühe Führungen, durch die man naturgemäß nicht mehr so intensiv in der Entwicklung von Torgefahr gefordert ist. Und doch lässt sich in Verbindung mit den in dieser Saison zu beobachtenden Leistungsschwankungen der Rückschluss ziehen, dass dem 1. FC Nürnberg seit Saisonstart kein signifikanter und nachhaltiger Leistungssprung – wie zwischenzeitlich noch in der Vorsaison – gelungen ist. Stattdessen bewegt man sich kontinuierlich zwischen starken Auftritten wie beim 3:2-Heimsieg gegen den SV Elversberg und kaum erklärlichen Leistungsabfällen wie jüngst bei der 1:2-Niederlage bei Hertha BSC.

Wichtiges Heimspiel

Insofern stellt das kommende Rückspiel gegen Fortuna Düsseldorf wieder einmal einen Punkt in der Saison des Clubs dar, an dem es zu verhindern gilt, dass die Ergebnis- und Leistungskurve zu sehr ins Negative rutscht und man nicht doch noch einmal in den Abstiegskampf gerät. Glücklicherweise findet die Partie gegen den Tabellenelften vor heimischer Kulisse statt, wo der FCN seit acht Spielen ungeschlagen ist und sogar fünfmal gewann. Auf der anderen Seite steht eine Fortuna, die sechs ihrer letzten sieben Auswärtsspiele verlor und dabei nur einen einzigen Punkt holte.

Formstarke Fortuna

Zieht man das xP-Modell für die Amtszeit unter Markus Anfang zu Rate, der nach dem Hinspiel übernahm, wäre die Fortuna trotz ihrer Auswärtsform zumindest kein krasser Außenseiter. Denn in der Anfang-Tabelle sammelte F95 zwar nur 18 Punkte und damit fünf Punkte weniger als der FCN in diesem Zeitraum von 16 Spielen. Nach Expected Points hätte die Anfang-Elf jedoch 26 Punkte holen können, während beim FCN demnach 23 Punkte verdient gewesen wären. Dass aus den letzten acht Spieltagen nur Hannover 96 mehr Punkte als Anfangs Fortuna sammelte, dürfte außerdem warnend genug sein.