A-Nationalmannschaft statt U23
Das letzte Mal, dass Khalid Abu El Haija für die U23 des 1. FC Nürnberg auflief – die sich in der Vorwoche mit einem 3:0-Sieg bei der U23 des FC Bayern in die Winterpause verabschiedete –, ist bereits gut einen Monat her. Dadurch verpasste der 20-jährige Innenverteidiger die letzten drei Partien. Der Grund dafür ist aus seiner Sicht jedoch erfreulich: Als A-Nationalspieler Palästinas ist der gebürtige Thüringer derzeit auf internationaler Fußballmission unterwegs.

Vor etwas mehr als drei Wochen feierte Abu El Haija sein inoffizielles A-Nationalmannschaftsdebüt vor über 50.000 Zuschauern im spanischen Bilbao, als seine Nation in einem Benefizspiel gegen eine baskische Auswahl mit 0:3 verlor. Nun ist der Abwehrspieler sogar Teil eines offiziellen FIFA-Turniers. Denn derzeit findet in Katar der Arab Cup statt, bei dem Länder aus der arabischen Welt um den Titel kämpfen.
Kurzeinsatz vor dem Viertelfinale
Dort kam der Nürnberger nun im dritten Gruppenspiel beim 0:0 gegen Syrien nach Einwechslung erstmals zu einem Kurzeinsatz. Für Palästina bedeutete dieses Remis, dass man die Gruppe A vor Syrien, Tunesien und Katar mit einem Sieg und zwei Unentschieden als Gruppensieger beendete. Damit steht man nun im Viertelfinale und trifft am Donnerstag auf Saudi-Arabien.
Von internationalen Topstars wie Omar Marmoush oder Mohamed Salah ist dieses Turnier, das in unregelmäßigen Abständen – zuletzt 2012 und 2021 – ausgetragen wurde, allerdings kaum geprägt. Auch, weil für einige Nationen Ende Dezember der prestigeträchtigere Afrika Cup bevorsteht. So ist FCN-Talent El Haija neben dem Augsburger Ismaël Gharbi der einzige Spieler, der von einem deutschen Verein stammt.
Historischer Erfolg
Im besten Fall bleibt El Haija noch bis mindestens 18. Dezember in Katar – dann findet das Finale statt. Doch schon der bisherige Turnierverlauf ist für die Nation mit dem laut Transfermarkt.de fünftgeringsten Marktwert unter den 16 Teilnehmern ein großer Erfolg. Schließlich überstand Palästina zum ersten Mal überhaupt die Gruppenphase – und ein Spieler des 1. FC Nürnberg darf sich Teil dieses historischen Ereignisses nennen.



