In Vorsaison noch Top-Torquote: Telalovic vom FCN zu Arminia Bielefeld

Seine starken Zahlen aus der Vorsaison konnte der Stürmer nicht mit zum 1. FC Nürnberg nehmen - obwohl sein Profil eigentlich zu passen schien.

1. FC Nürnberg FCN News Analyse Trainer Miroslav Klose 2. Bundesliga SV Darmstadt 98 Spiel Taktik Trainer
Foto: DO IT NOW Media

Telalovic nach Bielefeld

Eigentlich schien der Sommertransfer von Semir Telalovic für rund 300.000 Euro ein No-Brainer für den 1. FC Nürnberg gewesen zu sein. Schließlich erzielte der Stürmer für den Absteiger SSV Ulm zwölf Treffer in nur 29 Einsätzen und schien damit in seiner ersten richtigen Zweitliga-Saison seine Qualitäten unter Beweis gestellt zu haben. Doch nach einer enttäuschenden Hinrunde mit acht Einsätzen und null Toren verlässt der 26-Jährige den Club schon wieder. Der Verein gab die Leihe bis Saisonende zum Ligakonkurrenten Arminia Bielefeld offiziell bekannt.

Eigentlich gutes Profil

Offenbar ist es weder dem Spieler noch dem Trainerteam gelungen, in der Hinrunde einen gemeinsamen Nenner zu finden. Dabei brachte Telalovic eigentlich ein Stürmerprofil mit, das in der Theorie gut zum FCN gepasst hätte. Mit einer Maximalgeschwindigkeit von rund 34 km/h vereinte der 1,87 Meter große Mittelstürmer Tempo und Physis auf ordentlichem Niveau. Zudem agierte er in Ulm nicht ausschließlich im Strafraum, suchte viele Zweikämpfe und nahm – im Vergleich zu anderen Stürmern – überdurchschnittlich häufig am Passspiel seiner Mannschaft teil.

Starke Torquote

Am wichtigsten für einen Mittelstürmer ist jedoch die Effizienz vor dem Tor – und auch hier lieferte Telalovic in der Vorsaison starke Werte. Alle 153 Minuten traf er: eine Quote, die ligaweit nur sieben Stürmer überboten. Auffällig war dabei vor allem seine Präzision und damit verbundene Chancenverwertung. Dass er exakt ein Drittel der 36 Ulmer Tore erzielte, stellte sogar den zweithöchsten Anteil eines einzelnen Spielers in der 2. Bundesliga dar – wenngleich er nicht zu den konstantesten Torschützen zählte, da sich seine zwölf Treffer auf „nur“ acht Spiele verteilten.

Fremdkörper im FCN-Spiel

All das konnte Telalovic in Nürnberg jedoch nicht bestätigen. Stattdessen folgten auf zwei Startelfeinsätze an den ersten vier Spieltagen nur noch vier weitere Kurzeinsätze, in denen er teilweise wie ein Fremdkörper im Spiel wirkte. In seinen letzten 99 Einsatzminuten empfing der Deutsch-Bosnier lediglich vier Pässe – wobei seine Einwechslungen häufig zu undankbaren Zeitpunkten erfolgten. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Telalovic auch aufgrund unzufriedenstellender Trainingsleistungen ab Spieltag sechs nur noch dreimal eingewechselt wurde und in vier der letzten fünf Partien gar nicht mehr im Kader stand.

„Semir Telalović ist ein Spielertyp, der sehr gut in unser Anforderungsprofil passt und offensive Qualitäten mitbringt, von denen wir uns viel versprechen. Er ist dynamisch, zielstrebig und flexibel einsetzbar. Seine Torgefahr hat er in der 2. Bundesliga bereits unter Beweis gestellt.“

Michael Mutzel
der DSC-Sport-Geschäftsführer freut sich auf den Neuzugang

Neustart in Bielefeld

„Ich habe letzte Saison schon zweistellig getroffen und würde gerne wieder daran anknüpfen“, zeigte sich Telalovic vor der Saison selbstbewusst. Doch nach nur einem halben Jahr endet seine Zeit beim 1. FC Nürnberg bereits vorerst wieder – mit lediglich einem verwandelten Elfmeter im DFB-Pokal gegen einen Viertligisten. „Mir gefällt die Art und Weise, wie Arminia auftritt und mit welcher Intensität die Mannschaft spielt. Mit der für mich vorgesehenen Rolle kann ich mich voll identifizieren“, hofft der Angreifer nun auf einen erfolgreichen Neustart in Bielefeld.