„Ich bin froh, dass ich beim Club bin“ – Chatzialexiou schwärmt vom FCN

Der Sportvorstand spricht über die Unterschiede zu seiner DFB-Zeit, seine Rolle in Nürnberg – und seine Arbeit in der DFL-Expertenkommission.

1. FC Nürnberg FCN News CLUBFOKUS Joti Chatzialexiou
Foto: DO IT NOW Media

Neuland

Bevor Joti Chatzialexiou 2024 Sportvorstand des 1. FC Nürnberg wurde, arbeitete er 20 Jahre für den Deutschen Fußball-Bund. Dass der Unterschied zwischen DFB und FCN ein großer ist, wurde ihm schnell bewusst, wie er bei Blickpunkt Sport verrät: „Das Tagesgeschäft ist schon ein anderes. Bei der Nationalmannschaft hast du natürlich die großen Turniere und die Highlights alle zwei Jahre.“

Mehr Emotionen

Auch das Umfeld beschreibt der 49-Jährige als gänzlich anders: „Hier hast du Herzblut in einer Region, viele Menschen, die Woche für Woche mit dem Club mitfiebern.“ Daran hat Chatzialexiou offensichtlich Gefallen gefunden: „Das ist schön – und das war für mich eigentlich auch immer ein Ziel: nach der Verbandsarbeit, die ja dann auch etwas politisch ist, vielleicht in den Vereinsfußball zu wechseln.“

Glücklich beim FCN

Mittlerweile ist er etwa eineinhalb Jahre in Nürnberg tätig. Obwohl er bereits die ein oder andere schwierige sportliche Situation moderieren musste, scheint es ihm beim FCN sehr gut zu gefallen: „Ich bin froh, dass ich beim Club bin. Weil es ein sehr traditionsreicher Club ist, mit tollen Fans, einer tollen Infrastruktur und vielen tollen Mitarbeitern.“ Deshalb war es rückblickend die richtige Entscheidung, die Komfortzone DFB zu verlassen: „Ich fühle mich da [in Nürnberg] sehr, sehr wohl und bereue diesen Schritt nicht.“

Neue Aufgabe

Neben seiner Arbeit für den FCN ist Chatzialexiou seit Oktober zudem Mitglied in einer von der DFL gegründeten Expertengruppe, in der neben Chatzialexiou auch prominente Namen wie Sami Khedira und Jürgen Klopp involviert sind. In der letzten Länderspielpause traf sich die Kommission: „Wir haben uns zum zweiten Mal schon getroffen. Es ist notwendig, weil der deutsche Fußball sich entwickeln muss.“

Keine Fortschritte

Er selbst habe noch vor der WM 2018 in Russland das „Projekt Zukunft“ beim DFB ausgerufen. „Heute unterhalten wir uns fast über dieselben Themen wie vor sieben Jahren und das ist traurig“, kritisiert er den fehlenden Fortschritt: „Weil wir einfach reformschwach sind – auch in unserem Verband und in unseren sportlichen Themen.“ Umso mehr freut sich Nürnbergs Sportvorstand darüber, dass die Kommission gegründet wurde.

Als Ziel habe man sich gesetzt, „in der Spitze eine größere Breite zu haben. Damit unsere Bundestrainer – egal, wie sie heißen – eine Vielzahl von Spielern für eine Welt- und Europameisterschaft berufen können.“ In Zukunft möchte man wieder Titel mit dem DFB gewinnen und im Idealfall Weltfußballer ausbilden. „Dafür wollen wir einstehen und dafür wollen wir all unser Wissen und unser Know-how aus den unterschiedlichen Bereichen mit aufnehmen“, skizziert er den Fahrplan.

Währenddessen wartet auf den gebürtigen Frankfurter das Tagesgeschäft beim 1. FC Nürnberg. Die Zukunft von Miroslav Klose, das anstehende Wintertransferfenster und das umstrukturierte Scouting gehören aktuell zu seinen wichtigsten Themen – um dann „irgendwann mal wieder mit dem Club oben anknüpfen zu können“.