Beste Serie unter Klose
Der jüngste 2:0-Heimerfolg über Arminia Bielefeld bedeutete bereits das sechste Spiel in Folge ohne Niederlage für den 1. FC Nürnberg – eine solche Erfolgsserie gab es unter Miroslav Klose, der seit Sommer 2024 im Amt ist, noch nie. In der Vorsaison kam der FCN maximal auf fünf Partien ohne Niederlage. Mit vier Siegen, zwei Unentschieden und 14 Punkten liegt man in der Formtabelle ab Spieltag acht sogar auf Rang drei.
Defensive Stabilität
Grundlage für diesen Lauf ist die inzwischen deutlich stabilisierte Defensive. Gemessen an der Qualität und Quantität der gegnerischen Abschlüsse ließ nur der FC Schalke 04 (4,3 zugelassene Expected Goals) in den letzten fünf Spielen weniger zu als der Club (4,9). In keinem dieser fünf Spiele kam der Gegner auf einen xG-Wert über 1,07, dreimal lag dieser sogar unter 1,0. Folglich kassierte der FCN in diesem Zeitraum nur vier Gegentore und feierte gegen Arminia das zweite Zu-Null-Spiel dieser Saison. An den vorherigen acht Spieltagen hingegen gelang es kein einziges Mal, den gegnerischen xG-Wert unter 1,3 zu halten – entsprechend kassierte man damals im Schnitt 1,5 Gegentore pro Partie.

Offensive Effizienz
Ebenfalls essenziell für den aktuellen Erfolg ist die neu gewonnene Effizienz vor dem gegnerischen Tor. Von Spieltag 1 bis 7 brauchte die Klose-Elf im Schnitt 25 Abschlüsse für ein Tor – negativer Ligahöchstwert. Seitdem entwickelte sie sich von einer minimalen zu einer maximalen Chancenverwertung und benötigte in den letzten sechs ungeschlagenen Partien nur noch sechs Schüsse pro Treffer – der zweitbeste Wert der Liga. Auffällig: Fünfmal in dieser Saison erzielten die Franken mehr Tore, als es laut xG zu erwarten gewesen wäre – ausnahmslos in allen fünf Saisonsiegen. Sprich: Effizienz ist der Schlüssel zum Erfolg.

Topwerte gegen Arminia
Gegen Bielefeld sah man einmal mehr die Kombination aus offensiver Effizienz und defensiver Stabilität: 60 dominante folgten 30 disziplinierte Minuten, woraus mehrere Saisonbestwerte resultierten. Nie war die Erfolgsquote im defensiven 1-gegen-1 höher, nie fing man mehr gegnerische Pässe ab, nie klärte man häufiger aus der Gefahrenzone – und nur einmal war der Ballbesitz höher.
Bielefeld „hergespielt“
Insofern mussten sich die Gäste aus Ostwestfalen, deren beeindruckende Serie von 34 Pflichtspielen in Folge mit mindestens einem Treffer im Max-Morlock-Stadion endete, eingestehen, als verdiente Verlierer vom Platz zu gehen. Oder um es mit DSC-Kapitän Mael Corboz zu sagen: „Sie haben es gut gemacht, sie haben uns hin- und hergespielt“, bezog er sich auf die starke Nürnberger Viertelstunde mit den beiden Treffern nach der Halbzeit.
Trotz des aktuellen Laufs und der punktetechnisch besten Serie unter Klose wird es für den 1. FC Nürnberg nun darum gehen, derart starke Phasen während eines Spiels weiter auszudehnen – schließlich kann man nicht immer davon ausgehen, dass diese Momente so effizient genutzt werden.



