Klose setzt auf physisch starken Wandspieler
In jedem der Spiele seit Jahresbeginn entschied sich Miroslav Klose dafür, einen echten Wandspieler in die Startelf zu stellen. In den ersten vier Rückrundenpartien durfte noch der 1,91 Meter große Piet Scobel im Sturm beginnen, danach übernahm der 1,88 Meter große Adriano Grimaldi. Beide bringen allein durch ihre Physis ein Profil mit, das es ihnen erlaubt, auch mit dem Rücken zum Tor immer wieder Bälle festzumachen.
In Kiel ohne Scobel und Grimaldi
Beim 3:2-Auswärtssieg bei Holstein Kiel brach Klose erstmals mit dieser Herangehensweise. Sowohl Scobel als auch Grimaldi nahmen zunächst auf der Bank Platz. Stattdessen setzte der Trainer mit Mohamed Ali Zoma auf nur einen nominellen Angreifer, während sich Justvan als eine Art hängende Spitze dahinter bewegte. Auf den ersten Blick schien damit ein klassischer Wandspieler im Sturmzentrum zu fehlen.
Zoma gibt den Wandspieler
Nicht allerdings, wenn man Zoma auf dem Platz hat. Der 22-jährige Italiener ist vor allem für sein Tempo, seine Tiefenläufe und inzwischen auch für seinen guten Abschluss bekannt. Doch er bringt auch eine Fähigkeit mit, die man bei 1,74 Meter Körpergröße nicht unbedingt erwarten würde – das Spiel mit dem Rücken zum Tor. Diese Qualität zeigt er bereits mehrmals seit seiner Umstellung vom Flügel ins Zentrum im Verlauf der Hinrunde.

Auch in Kiel wurde das deutlich. Gegen das frühe Pressing der Gastgeber spielte Nürnberg gleich zwölf lange Bälle in Zomas Richtung. Dabei ging es oft nicht um Läufe in die Tiefe, sondern darum, den Ball mit Gegenspielern im Rücken zu sichern. Das gelang ihm dank seiner nicht zu unterschätzenden Physis, seines guten Timings beim Abkippen und seiner sauberen Technik mehrfach eindrucksvoll. So kam er letztlich auf eine Passquote von 100%, obwohl sieben seiner zehn Pässe unter Druck erfolgten. Dass er 44% seiner Offensivduelle gewann, ist für einen Stürmer in dieser Rolle ein ebenso starker Wert. Zudem führte an diesem Samstag kein Spieler mehr Zweikämpfe als er.

Alleskönner Zoma
Selbst über die 2. Bundesliga hinaus dürfte es nur wenige Spieler geben, die mit Zomas Körpergröße so gut mit dem Rücken zum Tor arbeiten. Dazu passt, dass seine Erfolgsquote von 38% in Luftzweikämpfen zu den besten 20% aller offensiven Zweitligaspieler unter 1,80 Meter in dieser Saison zählt.
Vor dem 3:2-Siegtreffer belief Zoma die Tiefe, nahm mit Ball Tempo auf und verwertete zum zehnten Saisontor. Bereits in der ersten Halbzeit hatte er zudem ein Tor vorbereitet. Damit lieferte er einen perfekten Überblick über sein vielseitiges Profil – und rundete eine Leistung ab, wie sie kaum besser sein könnte. Insofern zeigte dieses Spiel einmal mehr, wie wichtig Mohamed Ali Zoma inzwischen für den 1. FC Nürnberg ist.



