Hertha zieht vom FCN weg
Wie Miroslav Klose es vor dem Spiel formulierte, war es das Ziel des 1. FC Nürnberg, mit einem Sieg im direkten Duell an die siebtplatzierte Hertha BSC bis auf einen Punkt heranzurücken. Stattdessen musste sich der Club im Berliner Olympiastadion mit 1:2 geschlagen geben, wodurch der Rückstand auf sieben Punkte anwuchs.
Schwache erste Hälfte
Insbesondere im ersten Durchgang war der FCN im eigenen Ballbesitzspiel harmlos wie nur selten zuvor in dieser Saison. Durch einfache Fehler lud man die Gastgeber zu Umschaltmomenten ein und fand gegen den Herthaner Spielvortrag nur wenig Zugriff:
„Erste Halbzeit: wenn man unser Spiel gegen den Ball sieht, war es total verdient, dass ihr als Sieger vom Platz geht“, analysierte Miroslav Klose nach der Partie in Richtung von BSC-Trainer Stefan Leitl.
Tatsächlich brauchte der Club 45 Minuten, um den ersten Schuss in Richtung gegnerisches Tor abzugeben – was zugleich den schmeichelhaften 1:1-Ausgleich durch Tom Baacks Kopfball bedeutete. Kapitän Gruber sprach bei Sky sogar von einer „bodenlosen“ Anfangsphase.
Bessere zweite Halbzeit laut Klose
Deutlich verbessert sah Klose seine Mannschaft nach der Pause, weshalb er auch ein Unentschieden als gerecht empfunden hätte: „Da waren wir mutig. Da sind wir mit einer gewissen Aggressivität und Intensität, wie ich es von meiner Mannschaft schon öfter gesehen habe, angelaufen.“ Wenngleich auch im zweiten Durchgang echte Torchancen Mangelware waren.
Hertha habe nach Eindruck des 47-Jährigen nicht mehr so einfach Lösungen im Ballbesitz gefunden. Nichtsdestotrotz fehlte dem Club letztlich das entscheidende Quäntchen, um Punkte aus der Fremde mitzunehmen. Schließlich konnte Josip Brekalo nach seinem Führungstor in Halbzeit eins kurz vor Abpfiff den 2:1-Siegtreffer für die Hauptstädter erzielen.
FCN scheitert an Kleinigkeiten?
Laut Klose bleibe es dabei, dass seine Mannschaft auswärts an Kleinigkeiten scheitere: „Mal ist es ein individueller Fehler, mal es ist ein Moment, indem wir die falsche Entscheidung treffen. [..] Es sind immer fünf bis zehn Minuten. Eine Phase, in der wir uns nicht stabilisieren können, sondern ein Gegentor oder wie in Bochum ein Elfmeter bekommen.“
Auf der anderen Seite zeigte sich Leitl sogar überrascht über den phasenweise dominanten Auftritt seiner Hertha: „Ich bin ganz ehrlich: nach dieser Woche muss ich gestehen, dass ich diese Leistung [..] nicht erwartet habe.“
Selten harmloser FCN
Während die Defensivleistung zumindest ordentlich war, enttäuschte vor allem das Spiel mit Ball. Unter dem Strich standen für den 1. FC Nürnberg lediglich fünf Abschlüsse – nur beim Auswärtsspiel auf Schalke gab man in dieser Saison noch weniger Schüsse ab. Insofern geht in einer schwachen Zweitligapartie, die eigentlich keinen Sieger verdient gehabt hätte, der Erfolg für die Gastgeber mit immerhin 13 Torversuchen am ehesten in Ordnung.
Blick nach unten
Nach dieser Niederlage und nur einem Sieg aus den letzten sechs Spielen müssen Klose und der FCN den Blick eher nach unten als nach oben richten. Denn durch den Sieg von Preußen Münster bei Eintracht Braunschweig im Parallelspiel beträgt der Vorsprung auf den Abstiegsrelegationsplatz nur noch fünf Punkte. Insofern tut der 1. FC Nürnberg gut daran, sein kommendes Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf zu gewinnen, um in den darauffolgenden Wochen – in den Partien gegen Kellerkind wie Kiel, Braunschweig und Dresden – nicht in den Abstiegskampf zu geraten.



