Diskrepanz
Gerade einmal acht Punkte konnte der 1. FC Nürnberg aus den bisherigen zwölf Auswärtspartien einfahren. Demgegenüber steht eine Heimtabelle, in der der FCN ganze 22 Zähler einfahren konnte – und damit den sechsten Platz im Ligavergleich belegt. Eine generelle Krise auf fremden Plätzen sieht Nürnbergs Trainer Miroslav Klose jedoch nicht, wie er nach der 1:2-Niederlage in Bochum am Sky-Mikrofon verriet: „Ich glaube, wir haben auswärts viele gute Spiele gemacht. Aber da ist nichts Zählbares für uns dabei rausgesprungen.“
Entscheidende Phasen
Für den Weltmeister von 2014 gehen viele verlorene Punkte auf sehr kurze Phasen im Spiel zurück. „Aber es sind immer diese fünf bis sieben Minuten, in denen wir viel hinterherlaufen. Da kriegen wir oftmals Gegentore oder wie in Bochum zuletzt einen Elfmeter gegen uns“, äußerte sich Klose bei der Sportschau.
Dass es im Spiel auch immer wieder Situationen für den Gegner gebe, „ist irgendwo normal“, was er auch mit der Qualität der 2. Bundesliga erklärt: „Du wirst nicht alles verteidigen können, vor allem wenn du müder wirst.“ Auch die Gegentore in Berlin entstanden aus Nürnberger Fehlern, wo der 47-Jährige den Finger in die Wunde legt: „Das sind die Momente, die haben wir klar angesprochen, und da müssen wir besser werden.“
Überraschende Statistik
Die Daten widersprechen Klose, der viele gute Leistungen seiner Mannschaft sah, nicht zwingend. Das zeigt auch ein Blick auf die Expected Points. Zu Hause kreierte man bislang 20 Expected Goals – und erzielte auch 20 Tore. Gleichzeitig ließ man 17 xG des Gegners zu, kassierte daraus aber nur 14 Treffer.
Während die Chancenverwertung zu Hause entsprechend solide ist, lässt sie auswärts stark zu wünschen übrig. Aus 17 eigenen xG konnte man bislang erst elf Treffer erzielen. Gleichzeitig zeigen sich die Gegner deutlich effizienter – und erzielten aus ebenfalls 17 xG 20 Tore. Das deutet darauf hin, dass der FCN auswärts bislang nicht immer vom Spielglück begünstigt war.
Und dennoch gibt es sicherlich noch weitere Gründe für die Auswärtsschwäche, die über die reine Chancenverwertung hinausgehen. Die nächsten Auswärtspartien (Kiel, Braunschweig, Bielefeld, Fürth) sind zumindest auf dem Papier deutlich einfacher als die bisherigen (Darmstadt, Paderborn, Bochum, Hertha) im Jahr 2026.



