FCN-Youngster feiert Profi-Tor-Debüt in der 3. Liga

Der Defensivallrounder zeigt sein Potenzial in der Offensive – und endlich Entwicklung?

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Foto: DO IT NOW Media

Stagnierende Entwicklung beim FCN

Er war so etwas wie das Sorgenkind des 1. FC Nürnberg: Ein Jahr nach seinem Wechsel aus der Jugend von RB Leipzig schien die Entwicklung von Winners Osawe zu stagnieren. Über Einsätze bei der U23 in der Regionalliga Bayern konnte sich der 19-Jährige kaum für Spielzeiten bei den Profis empfehlen. „Er hat immer noch zu viele Schwankungen“, sagte Miroslav Klose im November gegenüber der BILD über den Youngster: „Mit den Trainingseinheiten war ich nicht immer zufrieden.“

Profi-Fußball offenbar zuträglich

Die im Winter erfolgte Leihe in eine Profiliga scheint Osawe nun jedoch gutzutun. Nachdem der U17-Welt- und Europameister beim Club auf verschiedenen Defensivpositionen getestet wurde, scheint er beim FC Schweinfurt in der 3. Liga seine Position gefunden zu haben. Beim nahezu feststehenden Absteiger spielte sich der physisch starke Rechtsfuß im zentralen Mittelfeld der „Schnüdel“ fest.

Profi-Tor-Debüt nach ordentlichen Wochen

Nach seinem Profi-Startelfdebüt vor zwei Wochen folgte nun unter dem neuen Trainer und Ex-Bundesligaprofi Jermaine Jones auch sein erstes Profi-Tor. Bei der 1:3-Niederlage beim Tabellenführer MSV Duisburg stieß Osawe im Stile eines Box-to-Box-Spielers in die Mittelstürmerposition in den Strafraum vor und vollendete eine Flanke per Kopf zum 1:3-Endstand.

Ein Treffer, der sich in den vergangenen Wochen angedeutet hatte. Einerseits setzt der Nürnberger Leihspieler immer wieder Offensivakzente, andererseits zählte er zuletzt zu den besseren Schweinfurtern – wenngleich sein Spiel hin und wieder noch Flüchtigkeitsfehler beinhaltet. Als „laufstark und mutig“ fasste die Mainpost seinen jüngsten Auftritt mit der Schulnote drei zusammen.

Osawes starke Daten

Auch die Daten seiner bislang noch jungen Drittligakarriere mit 344 Spielminuten können sich sehen lassen – und unterstreichen sein Profil als physisch starker Achter: In jedem seiner vier Einsätze gab Osawe mindestens einen Abschluss ab, kommt insgesamt auf sieben Schüsse und drei Schussvorlagen.

Gleichzeitig führt der deutsche Jugendnationalspieler rund sieben Defensiv- und neun Offensiv-Zweikämpfe pro 90 Minuten – Werte, die in dieser Kombination in der 3. Liga nur sieben weitere Spieler unter 400 Profis mit mindestens Osawes Einsatzminuten vorweisen können.

Guter Trend bei Osawe

Offenbar scheint es dem talentierten Mittelfeldspieler gutzutun, nun Spielpraxis im Profi-Fußball statt in der viertklassigen Regionalliga zu sammeln. Auch wenn es für den 1. FC Schweinfurt in den verbleibenden 13 Saisonspielen nur noch darum geht, sich anständig aus der 3. Liga zu verabschieden, bietet sich für Winners Osawe die Chance, nach einjähriger Stagnation seine Entwicklung wieder voranzutreiben und gestärkt im Sommer zum 1. FC Nürnberg zurückzukehren. Aktuell scheint der Trend jedenfalls zu stimmen.