Viel Transferbewegung
Im Kader des 1. FC Nürnberg herrscht seit längerer Zeit wenig Konstanz. Viele Spieler wechseln zum FCN, viele Akteure verlassen den Club. Auch im Winter war es weder auf der Zu- noch Abgangsseite ruhig. Insgesamt drei Neuzugänge konnte man verzeichnen: Rabby Nzingoula, Javier Fernandez und Styopa Mkrtchyan.
Neues Profil
Als Nachfolger von Pape Demba Diop holte man Nzingoula – ebenfalls aus Straßburg. Der 20-Jährige gilt mittlerweile als wichtiger Spieler für Miroslav Klose, sodass er an fünf der vergangenen sechs Spieltage von Beginn an auflaufen durfte. Den Wunsch nach mehr Physis im zentralen Mittelfeld erfüllt der Franzose. Zwar hat er in engen Räumen Defizite – und verzeichnet beispielsweise mit 78 % die schwächste Passquote im Vergleich zu den Konkurrenten auf seiner Position.
Da der Club in der Rückrunde auf der Acht jedoch deutlich mehr Wert auf Intensität, Laufstärke und Tiefenläufe legt, kann man Nzingoula, der sich auch abgesehen davon schnell in Nürnberg eingefunden hat, als eine gute Leihe bezeichnen. Sollte die kolportierte Kaufoption in Höhe von 4 Millionen Euro endgültig sein, dürfte er in der kommenden Saison jedoch wieder woanders auflaufen.
Lochoshvili-Nachfolger?
Auf erst einen Startelfeinsatz bringt es Neuzugang Mkrtchyan. Der armenische Nationalspieler erlebte in Paderborn ein äußerst unglückliches Debüt im FCN-Trikot. Dennoch kann man auch bei ihm in seinen Ansätzen gut erahnen, warum man ihn ins Frankenland holte. Der Innenverteidiger kann auf beiden Seiten agieren, bringt viel Qualität am Ball – und im direkten Duell mit seinem Gegenspieler mit.
Dass ihm zuletzt Tarek Buchmann vorgezogen wurde, kam entsprechend überraschend. Da er Linksfuß ist, könnte er beispielsweise auch bei einem möglichen Abgang Luka Lochoshvilis in der Rangordnung zur kommenden Saison aufsteigen. Anderenfalls hätte der Club wohl keine Ablösesumme von Medienberichten zufolge 800.000 € für ihn bezahlt.
Viel Potenzial
Für wenig Verständnis sorgte die Leihe des 19-jährigen Fernandez. Schließlich war der Spanier monatelang verletzt und konnte im Herrenbereich gerade mal 13 Regionalligaeinsätze vorzeigen. Auch über die Leihdauer, die zunächst nur bis zum Saisonende gilt, wurde diskutiert. Mittlerweile sickert nach und nach durch, dass sich der Club die Dienste des Spaniers auch für die kommende Spielzeit sichern kann. Spätestens nach seiner Einwechslung gegen Kaiserslautern erscheint dies auch nachvollziehbar.
In der 66. Minute eingewechselt, konnte er sein Potenzial danach in vielen Aktionen andeuten. Vor allem seine Grundtechnik stach heraus: rechter Fuß, linker Fuß, erster Kontakt sowie die Passschärfe und das Timing dabei waren auffällig. In der Theorie passt sein Profil durch die Kombination aus Spielstärke sowie 1,86 Meter Körpergröße sehr gut in das Nürnberger Mittelfeld, wenngleich die Konkurrenz hier rund um Finn Ole Becker und Co. natürlich ebenfalls viel Qualität mitbringt.
Gute Quote
Insgesamt kann man den getätigten Neuverpflichtungen entsprechend ein gutes Fazit ausstellen. Unabhängig davon lässt sich zwar anführen, dass man beispielsweise rechts hinten lange Zeit eine Baustelle in der Viererkette hatte, dass sich außer Mohamed Ali Zoma noch kein Stürmer nachhaltig durchsetzen konnte und dass es durchaus ein Risiko war, im Winter binnen kürzester Zeit drei Innenverteidiger abzugeben.
Dennoch steht unter dem Strich ein Kader, der auf vielen Positionen sehr gut besetzt ist – sodass man auf mehr Leistungen wie zu Hause gegen den FCK hoffen wird.



