Scobel mit starkem Startelfcomeback
Furios begann das Jahr für Piet Scobel beim 1. FC Nürnberg, als er bei seinem Profi-Startelfdebüt zum Rückrundenauftakt doppelt traf. Seither wartet der 20-Jährige allerdings auf seinen nächsten Torerfolg. „Nach dem Elversbergspiel hat er paar Spiele gespielt. Dann ist er ein bisschen in ein Loch gefallen“, so Miroslav Klose, der den gebürtigen Pinneberger nach fünf Spielen auf der Bank gegen den 1. FC Kaiserslautern wieder von Anfang an aufbot.
Mit Erfolg. Denn der FCN gewann in selten souveräner Weise mit 3:0. Zwar konnte sich Scobel nicht in die Torschützenliste eintragen, bot aber dennoch eine starke Leistung. „Gutes Paket, clever. Ein bisschen gebraucht, um ins Spiel reinzukommen“, analysierte Klose nach dem Spiel. Insbesondere das Zusammenspiel mit Mohamed Ali Zoma funktionierte gut: „Beide richtig gut. Harmonisch. Voreinander. Schwer zu decken. War echt richtig gut.“
Scobel dank Klose zum besseren Wandspieler?
Zu einer richtig großen Torchance kam Scobel zwar nicht, wirkte aber in seiner Rolle als Wandspieler an der Entstehung mehrerer Angriffe – wie etwa beim Elfmeter zum 2:0 oder bei seiner Torvorlage zum 3:0 – entscheidend mit. Immer wieder diente der 1,91 Meter große Stürmer als Fixpunkt im Nürnberger Spiel, um Bälle festzumachen und weiterzuleiten – sowohl am Boden als auch in der Luft, wo er starke 80% seiner zehn Luftduelle gewann.
Nachdem Scobel in seinen vorherigen Einsätzen noch Verbesserungspotenzial im Spiel mit dem Rücken zum Tor zeigte, war der Auftritt gegen den FCK ein deutlicher Schritt nach vorne – und offenbar auch ein Ergebnis der Detailarbeit von Miroslav Klose. Denn wie der 47-Jährige nach der Partie verriet, änderte Scobel eine Kleinigkeit bei der Ballannahme:
„Den Ball interessiert ihn mittlerweile nicht, sondern er geht zum Mann“, thematisiert Klose das Empfangen von Pässen, das Scobel nun besser löst: „Vorher ist er noch zum Ball gegangen und dann reicht ein kleiner Stupser.“ Nun arbeitet er offenbar besser mit seinem Körper und ist stabiler gegen den Gegenspieler, statt sich zu stark auf den Ball zu konzentrieren.
Klose plant langfristig mit Scobel
Vor allem das Thema Physis scheint bei Scobel, der vor etwas mehr als einem Jahr aus der fünften Liga nach Nürnberg wechselte, im Fokus zu stehen. „Aber den bereiten wir schon auf die neue Saison vor. Er muss ein bisschen mehr machen“, so Klose, der mit dem jungen Stürmer offenbar langfristig plant und dessen Intensität weiter steigern möchte: „Da haben wir spezielle Programme. Was bei ihm zum Beispiel ein bisschen gefehlt hat: diese schnellen Füße. Bei den anderen fehlt etwas anderes. Bei den jungen Spielern müssen wir dranbleiben. Da habe ich richtig gute Leute, wodurch die Spieler schnelle Fortschritte machen.“
Fortschritte, die Scobel nun auch ohne eigenen Torerfolg gegen den 1. FC Kaiserslautern zeigte. Und die womöglich eng damit zusammenhängen, dass sein Trainer beim 1. FC Nürnberg früher selbst auf dieser Position spielte, das Handwerk bestens kennt und entsprechend wertvolle Details vermitteln kann.



