Frühzeitig ausgewechselt
Der 1. FC Nürnberg hatte bei der 1:2-Niederlage in Berlin vor allem in der ersten Halbzeit große Schwierigkeiten, die linke Hertha-Seite rund um Doppelpacker Josip Brekalo zu kontrollieren. Zur Halbzeit wurde entsprechend FCN-Rechtsverteidiger Justin von der Hitz ausgewechselt. Der 19-Jährige erlebte schwierige 45 Minuten – und lieferte schlicht kein gutes Spiel ab. Neben Problemen im Stellungsspiel in der Defensive streute er zu viele Fehler im Spielaufbau ein – und brachte gerade einmal 30 % seiner Pässe beim Mitspieler an. Auch das Verhältnis seiner Ballverluste (9) zu seinen Balleroberungen (2) sprach nicht für einen Rechtsverteidiger.

Falsche Position?
Doch womöglich liegt genau hier das Problem. Von der Hitz ist vielleicht gar kein Rechtsverteidiger. Dass er im Spiel nach vorne viel Potenzial mitbringt, war hingegen ebenfalls zu sehen. Beispielsweise beim 1:1-Ausgleich, den er vorbereitete. Zuvor positionierte er sich ballfern gut, forderte den Ball, ging mit einer Körpertäuschung am Gegenspieler vorbei und brachte die Flanke mustergültig auf Tom Baack. Je weiter vorne er den Ball erhält, desto mehr weiß der ehemalige Kölner damit anzufangen. Auch in der vergangenen Saison spielte er bei der Kölner U19, wie seine Heatmap eindeutig zeigt, vor allem rechts am Flügel – und machte dort auf sich aufmerksam.

Wenig Unterstützung
Was es für von der Hitz ebenfalls schwer machte, war die geringe Unterstützung, die er bekam. Nicht nur von seinem Vordermann Julian Justvan, der auch aus Datensicht defensiv nur wenige Aktionen hatte. Aufgrund der Nürnberger Struktur, die mit einer Viererkette verteidigte, hatte er zudem keinen Halbverteidiger neben sich, der ihm in den direkten Duellen hätte helfen können. Da sein Gegenspieler Brekalo die meisten Offensivzweikämpfe des Spiels führte, fiel dies besonders schwer ins Gewicht.
Nächster Startelfeinsatz unwahrscheinlich
Insofern waren es viele Faktoren, die zu seiner Leistung beitrugen – vieles davon lag zwar auch an ihm, die Voraussetzungen waren jedoch alles andere als einfach. Da Klose ihn zur Halbzeit auswechselte, ist es eher unwahrscheinlich, dass er beim kommenden Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf wieder von Beginn an auflaufen darf. Falls doch, muss er sich gegen den Ball weiter steigern – oder er kommt auf einer Position zum Einsatz, die seinem Skillset mehr entspricht.



