Wieder dabei
FCN-Talent Dustin Forkel musste sich lange gedulden. Nach dem Saisonstart wurde der 20-Jährige verletzungsbedingt ausgebremst und anschließend sukzessive wieder aufgebaut. Nach und nach wurden seine Einsatzminuten bei der U23 erhöht, ehe er in Münster erstmals wieder für den 1. FC Nürnberg im Zweitliga-Aufgebot stand. In zwei der drei Partien seitdem wurde der Offensivspieler sogar eingewechselt – hatte aber selbst noch nicht das nötige Abschlussglück auf seiner Seite.
Drei gute Chancen
Beachtlich ist dennoch, dass der gebürtige Coburger in den gut 30 Zweitligaminuten der letzten Wochen zu drei aussichtsreichen Chancen kam. In Münster war es zunächst eine Balleroberung nach einem missglückten Befreiungsschlag des gegnerischen Torwarts. Forkel stand richtig, fing den Ball ab, schloss dann aber überhastet ab. Kurz vor dem Schlusspfiff lief er gut in den Sechzehner ein, kam nach einer Tzimas-Hereingabe an den Ball und verpasste das 0:2 nur knapp.
Auch in Regensburg kam Forkel zu einem vielversprechenden Abschluss. Der FCN kombinierte sich über rechts durch. In der Mitte ließ Julian Justvan die Hereingabe von Tim Janisch durch die Beine auf Forkel laufen. Dessen Versuch, das Spielgerät mit der Innenseite aufs Tor zu befördern, misslang jedoch – auch, weil der Ball vorher leicht aufsprang.
Forkels Riecher
Sicherlich ist es ärgerlich, dass das Eigengewächs des 1. FC Nürnberg keine der Gelegenheiten verwerten konnte. Auf der anderen Seite zeigt es jedoch, dass Forkels Instinkt und Riecher auch in der 2. Bundesliga funktionieren. Natürlich gibt es beispielsweise in seinem taktischen Verhalten noch Luft nach oben. Aber in der Box versteht es der Rechtsfuß so gut wie kaum ein anderer Nürnberger, dort zu sein, wo der Ball runterfällt.
Kopfsache
Aktuell macht es jedoch den Eindruck, als würde Forkel es fast zu sehr wollen – was einen Angreifer vor dem Tor oft verkrampfen lässt und hemmt. Von der Leichtigkeit in entscheidenden Situationen, die ihn im Nachwuchs auszeichnete, ist er derzeit ein Stück weit entfernt. Man darf aber hoffen und zuversichtlich sein, dass nach dem ersten Erfolgserlebnis die nächsten folgen werden. Warum? Das zeigt ein Blick in Forkels Vita.
Cold as ice
Forkel sammelte für den FCN in der U19 in 29 Bundesligapartien überragende 31 Scorerpunkte. Für die U23 trifft er sogar im Schnitt alle 72 Minuten – ein rekordverdächtiger Wert. Für seine zehn Regionalligatreffer benötigte er lediglich 23 Schüsse (65% davon aufs Tor) und nicht einmal fünf Expected Goals. Zum Vergleich: Stefanos Tzimas benötigte für seine zwölf Saisontore 60 Schüsse und zehn Expected Goals.
Frage der Zeit
Freilich liegen dazwischen zwei Ligen, weshalb der Vergleich hinkt. Doch dass Dustin Forkel auch auf diesem Niveau treffen kann, bewies er nicht zuletzt in der Sommervorbereitung, als er zum besten Torschützen der Klose-Elf avancierte. Sobald die Leichtigkeit zurückkehrt, kommen ganz sicher auch die Tore des 20-Jährigen wieder. Eine Frage der Zeit.