Falscher Zeitpunkt
Sowohl die Verpflichtungen von Mohamed Ali Zoma als auch von Hindolo Mustapha sorgten im Umfeld des 1. FC Nürnberg für wenig Begeisterung. Zu unerfahren, zu jung und zu viele Fragezeichen lautete der Tenor. Irgendwo sicherlich verständlich – schließlich verlief der Saisonstart des FCN äußerst enttäuschend. Auch im aktuellen Transferfenster funktionierte offensichtlich bei weitem nicht alles, was man sich erhoffte.
Vor einigen Wochen wäre die Euphorie bei beiden Transfers dennoch eine andere gewesen. Trotzdem stehen beide in der Verantwortung, relativ schnell liefern zu müssen. Da Mustapha lediglich für eine Saison ausgeliehen wurde, ist er sicherlich nicht als perspektivische, sondern als schnelle Hilfe angedacht. Auch Zoma soll schon bald in die Startelf rücken.
Glücklos
„Wir freuen uns auf die gemeinsame Zeit mit ihm und sind froh darüber, dass wir diesen Transfer noch vor dem Trainingslager realisieren konnten, um Mickaël möglichst schnell in die Mannschaft zu integrieren“, freute sich Joti Chatzialexiou über die Verpflichtung Birons Anfang Juli. Dass der 27-Jährige Bestandteil des Trainingslagers war, ist jedoch an den ersten Spieltagen noch nicht wirklich erkennbar gewesen.
Die Stärken des Offensivspielers, die vor allem in seinem Tempo und Tiefgang liegen, konnte man noch kaum in Szene setzen. Stattdessen soll er bislang oft zwischen den gegnerischen Linien agieren, von wo aus er – auch aufgrund schwacher Ballan- und Mitnahmen – bisher kein Faktor war. Bedenkt man, dass Biron für eine Ablösesumme von etwa 800.000 Euro verpflichtet wurde, hinkt er den Erwartungen bislang deutlich hinterher.
Ähnlicher Fall
Ähnliches gilt für Semir Telalovic, dessen Verpflichtung der Club sogar bereits am 30. Mai bekanntgab. „Wir freuen uns darauf, dass er pünktlich zum Start in die Vorbereitung das Nürnberger Trikot tragen wird“, äußerte sich damals der FCN-Sportvorstand. Etwa drei Monate später sucht aber auch Telalovic noch Anschluss im Nürnberger Spiel – und ist bislang nicht der erhoffte erfahrene Angreifer für den Sturm, der an seine 12 Saisontreffer für Ulm aus der Vorsaison anknüpfen kann.
Erfahrung funktioniert noch nicht
Insgesamt fünf Akteure verpflichteten die Nürnberger bislang, die 25 Jahre oder älter sind. Neben Biron und Telalovic sind dies Luka Lochoshvili, Tom Baack sowie Henri Koudossou. Während Koudossou und Lochoshvili immerhin bereits andeuten konnten, dass sie für die Franken qualitativ eine Verstärkung sein können, funktionieren die anderen noch nicht. Die beiden Stürmer suchen noch ihre Rolle und Form. Baack konnte seine Leistungen aus der 3. Liga noch nicht an das neue Niveau adaptieren. Insofern sind es wohl vor allem diese Transfers, bei denen man bislang den Finger in die Wunde legen sollte. Dass das ein oder andere Talent Zeit benötigt, sollte hingegen weniger überraschend sein.