Schwere Wochen
Die vergangenen Wochen waren für den Spielmacher des 1. FC Nürnberg nicht einfach. Oftmals blieb er unglücklich, machte gegen den Ball nicht alles richtig – und wurde für seine Verhältnisse ungewohnt früh ausgewechselt. „Da brauchen wir nicht drumherum reden“, macht er auch selbst keinen Hehl aus der Formdelle. Dass es bei ihm nicht lief, lag Justvan zufolge daran, dass er wenig Bälle bekam und entsprechend nicht ins Spiel fand: „Dann fällt es mir schwerer, Anschluss zu finden und in den Flow zu kommen.“
Befreiungsschlag
Beim 5:1-Erfolg gegen den KSC traf Justvan doppelt und stellte mit einem Doppelschlag zum 2:0 früh die Weichen auf einen Heimsieg. „Es war auch für mich persönlich ein kleiner Befreiungsschlag“, freute er sich. Was dem Linksfuß gegen Karlsruhe zugutekam, war die Statik des Spiels. In den Vorwochen musste der 27-Jährige viele Aktionen mit dem Rücken zum gegnerischen Tor auflösen, was nicht zu seinen größten Stärken gehört.
Am vergangenen Freitag wurde er deutlich häufiger im offenen Raum gefunden und konnte mit offener Stellung in Richtung Angriff agieren. 29 Pässe spielte er am Ende – die meisten für ihn in 2026. Dass der Gast im Sechserraum große Lücken offenbarte, wusste er zu nutzen. Dass in Abwesenheit von Finn Ole Becker und Rafael Lubach zwei Spieler weniger beim Club aufliefen, die den Ball am liebsten permanent am Fuß haben, eröffnete ihm ebenfalls die ein oder andere Gelegenheit mehr.
Kloses Sicht
„Ich lobe ungerne Spieler“, betonte FCN-Trainer Miroslav Klose nach dem Spiel, dass er im Normalfall keine Akteure explizit herausheben möchte. Im Falle seines Kreativspielers wollte er nach dem Spiel gegen den KSC jedoch eine Ausnahme machen. „Wir haben jetzt die Wochen nicht den Ju gesehen, den wir uns alle wünschen“, war auch er nicht immer mit seinem Zehner zufrieden.
In der Vorwoche suchte er das Gespräch mit dem gebürtigen Landshuter – auch, da er nach wie vor großer Fan des ehemaligen Darmstädters zu sein scheint: „Die Woche haben wir ein paar Sätze gewechselt. Dementsprechend weiß er, wie ich auf ihn stehe. Ich habe ihm einfach nur gesagt, dass ich mir wünsche, dass er mit Überzeugung auf die Kiste schießt.“ Das tat Justvan vor allem beim 2:0 und belohnte sich für eine gute Leistung. „Deswegen hoffe ich, dass wir und ich aus der Phase raus sind“, blickt Nürnbergs Top-Scorer (11 Torbeteiligungen) nach vorne – und wünscht sich konstante Leistungen von sich selbst sowie vom gesamten FCN.



