FCN: Warum Artem Stepanov so besonders ist

Nürnbergs Neuzugang wird oft mit Erling Haaland verglichen – in einem Bereich übertrifft er den Weltstar schon deutlich.

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Foto: FCN

Kantersiege

Die bisherigen Testspiele des 1. FC Nürnberg sollte man nicht überbewerten. Schließlich waren die Gegner aus Hersbruck und Schwäbisch Hall lediglich Kreis- beziehungsweise Verbandsligisten – und damit weit unter dem eigentlichen FCN-Gegnerniveau anzusiedeln. Die Ausbeute von zwei Siegen und 20:2 Toren ist entsprechend standesgemäß und keine Überraschung.

Guter Start

Für einen Stürmer ist es bekanntlich immer gut, sich frühzeitig in einer Saison Selbstvertrauen vor dem gegnerischen Tor zu holen. Mit sechs Treffern in gerade einmal 90 Minuten Einsatzzeit gelang dies FCN-Neuzugang Artem Stepanov. „Nicht umsonst haben wir uns ja intensiv um Stepanov bemüht, weil wir denken, dass richtig viel Potenzial in ihm steckt“, freut sich auch Clubtrainer Miroslav Klose via BILD über den guten Start des 17-Jährigen.

Verschiedene Stürmertypen

Im Fußball gibt es verschiedene Stürmertypen. Es gibt zum Beispiel den Tiefenläufer, der mit seinem Tempo permanent den Rücken der gegnerischen Abwehr bedroht. Auch den Zielspieler, der lange Bälle behaupten soll und idealerweise Flanken im gegnerischen Strafraum verwerten kann, gibt es. Mitspielende Stürmer, die gut und gerne am Kombinationsspiel der eigenen Mannschaft teilnehmen – wie beispielsweise Mahir Emreli – finden ebenfalls oft Verwendung.

Stepanovs Paket

Das Besondere an Artem Stepanov ist, dass er all diese Eigenschaften kombiniert, was in dieser Form nur selten vorkommt. Mit seiner Statur und 1,92 Metern Körpergröße erklärt sich seine Eignung als Zielspieler mehr oder weniger von selbst. Darüber hinaus bringt er aber auch eine hohe Geschwindigkeit sowie einen guten Instinkt für das Belaufen der Tiefe mit. Unter anderem deshalb wird er auch mit Man Citys Angreifer Erling Haaland oft assoziiert.

Besser als Haaland

In einer Kategorie übertrifft der Neu-Nürnberger den Weltstar komplett. Stepanov ist deutlich mehr in das Kombinationsspiel seiner Mannschaft eingebunden. 2024/25 spielte die Leihgabe aus Leverkusen 20 Pässe pro 90 Minuten, während es bei Haaland nur halb so viele waren. Auch bei der Passpräzision übertraf Stepanov (82 %) den Topstürmer (72 %) deutlich. Das alleine ist freilich kein Qualitätsmerkmal, aber es zeigt das durchaus beeindruckende Gesamtpaket, das der Angreifer mitbringt.

Durchbruch?

Es wird spannend zu sehen sein, wie schnell sich Stepanov an den Profifußball gewöhnen wird. Der 1. FC Nürnberg setzt in jedem Fall viel Hoffnung in das Talent, wie Klose via BILD erklärt: „Wir denken, dass richtig viel Potenzial in ihm steckt. Wir haben schon vor, ihn ein paar Schritte näher dorthin zu bringen, wo er selbst hin will.“ Seine beiden Champions-League-Kurzeinsätze 2024/25 für Leverkusen sollen schließlich nicht die letzten bleiben. Zuvor gilt es aber erst einmal, in der 2. Bundesliga Fuß zu fassen. Vor allem, da er dem FCN zwischenzeitlich durch die U20-WM mit der Ukraine einige Wochen fehlen könnte.