FCN vor Schlüsselspiel: 3 Fragen vor dem Duell mit Paderborn

Nach dem Fehlstart steht der Club unter Druck – und muss mehrere Baustellen lösen.

Endspiel?

Nach vier Pflichtspielniederlagen möchte der 1. FC Nürnberg gegen den SC Paderborn „gemeinsam das Ruder rumreißen“, wie Miroslav Klose auf der Spieltagspressekonferenz betonte. Dem FCN-Trainer geht es dabei weniger um seine Position: „Es geht nur um den Club, es geht nicht um meine Person.“ Was er von seiner Mannschaft diesmal benötigt, ist eine deutlich bessere erste Halbzeit als gegen Illertissen und Münster. Dafür hat er jedoch „volles Vertrauen“ in sein Team.

Viererkette?

Die erste Frage ist, in welcher Formation der Weltmeister von 2014 seine Elf ins Spiel schicken wird. Angesichts der Eindrücke der letzten Wochen deutet vieles auf eine Viererkette hin, zu der Robin Knoche wohl eher nicht gehören wird. Die Besetzung aus der zweiten Halbzeit in Münster erscheint wahrscheinlicher, wenngleich auch Fabio Gruber zuletzt nicht überzeugte.

Jander-Ersatz

Die zweite große Frage ist, wer Caspar Jander im Mittelfeld ersetzen soll. Klose nannte unter anderem Rafael Lubach als Kandidaten, der diese Rolle bereits öfter übernahm. Daneben wird aller Voraussicht nach Finn Ole Becker sein Debüt geben und könnte dem Club mit seiner Spielstärke helfen. Dennoch kommt der Jander-Abgang so kurz vor dem Spiel ungelegen. Auch der Trainer machte keinen Hehl daraus, dass es den Matchplan beeinflussen wird.

Offensive gesucht

Die dritte entscheidende Frage ist, welche Offensivspieler das Trainerteam auf den Platz schickt. Abgesehen von Julian Justvan auf der Zehnerposition ist vieles denkbar. Neuzugang Mohamed Ali Zoma deutete in der zweiten Halbzeit gegen Münster bereits an, dass er dem Team helfen kann. Insofern ist es gut möglich, dass er erstmals in der Startelf steht. Die anderen Kandidaten – Semir Telalovic, Artem Stepanov und Mickael Biron – konnten sich bislang nicht empfehlen.

Defensivstarker Gegner

Unabhängig von der Formation wird der Club gefordert sein, offensiv mehr Qualität auf den Platz zu bringen als zuletzt. Denn der SC Paderborn ist das Team der 2. Bundesliga, das bisher die wenigsten Expected Goals des Gegners zuließ. Nachdem der SCP im DFB-Pokal weiterkam und vier Punkte aus den ersten beiden Spieltagen sammelte, setzte es zuletzt gegen Fortuna Düsseldorf die erste Niederlage. Beim 1:2 spielte man jedoch ab der zwölften Minute in Unterzahl – und hielt die Partie dennoch weitgehend ausgeglichen.

Geradliniger

Im Vergleich zu Vorgänger Lukas Kwasniok agieren die Gäste laut Klose unter Neu-Trainer Ralf Kettemann etwas „geradliniger in die Spitze“. Der Tabellenvierte der Vorsaison schlägt tatsächlich die drittmeisten langen Bälle der Liga – und verzeichnet mit 62% auch die zweithöchste Präzision. Unter anderem, weil man mit Adriano Grimaldi einen herausragenden Zielspieler in den eigenen Reihen hat. Das geradlinige Spiel zeigt sich auch daran, dass Paderborn die zweitmeisten Flanken aller Teams schlägt. Allen voran Raphael Obermair, der auf der linken Schiene spielt, sticht hier heraus. Ansonsten agiert man variabel im 3-4-2-1 und besetzt immer wieder unterschiedliche Räume.

Nur Punkte zählen

Der Druck liegt zweifelsfrei beim 1. FC Nürnberg. Nach dem Fehlstart in die Saison stehen alle massiv unter Druck. Kaum auszudenken, wie die Stimmung in der Länderspielpause wäre, sollte das Spiel gegen Paderborn verloren gehen. Der kurzfristige Abgang von Caspar Jander macht die Sache für Miroslav Klose nicht leichter – auch, weil es um seinen Job gehen könnte. Mit einem Sieg hingegen könnte man zumindest für etwas Ruhe sorgen.