FCN vor richtungsweisendem Duell

Die Klose-Elf trifft auf einen Gegner, der ähnlich spielt – aber noch extremer.

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Foto: DO IT NOW Media

Absetzen

Nach zwei guten Leistungen zum Rückrundenauftakt gegen zwei Top-Teams trifft der 1. FC Nürnberg am 20. Spieltag auf einen Gegner, der deutlich weiter unten in der Tabelle steht. Preußen Münster ist mit 20 Zählern punktgleich mit dem derzeitigen Tabellensechzehnten Fortuna Düsseldorf. Der FCN hat entsprechend die Chance, sich mit einem Sieg am Freitagabend um acht Punkte abzusetzen, könnte den Vorsprung auf den Gegner bei einer Niederlage jedoch auch auf zwei Zähler schrumpfen lassen.

Ausfälle

Mit Münster empfängt der Club ein Team, das deutlich spannender ist, als es der 15. Tabellenplatz vermuten lässt. Zwar sind die Preußen seit fünf Partien sieglos, hatten in vielen dieser Spiele aber auch nicht das nötige Matchglück auf ihrer Seite. So zum Beispiel auch in der Vorwoche, als man in Paderborn früh in Führung ging. Noch in der ersten Halbzeit handelte man sich jedoch einen Platzverweis ein und verlor in der Schlussphase noch mit 1:2. Ebenfalls musste man zuletzt auf viele wichtige Akteure verzichten; auch in Nürnberg fehlen einige Spieler gesperrt oder verletzt.

Besonderer Spielstil

Münster setzt unter Trainer Alexander Ende auf eine sehr aktive Spielweise und hat sein Spiel im Vergleich zur Vorsaison massiv verändert. Tatsächlich ist man das Team der 2. Bundesliga, das die meisten Pässe spielt und zugleich die höchste Präzision dabei aufweist, während man sich zuvor weitgehend über lange und zweite Bälle definierte.

Man agiert vor der Viererkette mit einer Raute im Mittelfeld und setzt auf extrem kurze Abstände untereinander. Der FCN ist schließlich die Mannschaft der Liga, die die zweitkürzesten Pässe spielt (im Schnitt 18,7 Meter), was vom kommenden Gegner nochmal deutlich unterboten wird (17,2 Meter). Um die mitunter fehlende Durchschlagskraft im letzten Drittel zu erhöhen, hat man sich in dieser Woche mit Shin Yamada und Imad Rondic verstärkt.

Spiel durchdrücken

Da Münster zudem sehr hoch presst und auch hier ligaweit zu den besten Teams gehört, wird es für den FCN entscheidend sein, das eigene Spiel dem Gegner aufzudrücken. Da beide Teams mit einer Raute agieren, werden sich zwangsläufig viele Spieler im Zentrum befinden. Hier die direkten Duelle zu entscheiden, könnte ebenso wie Verlagerungen auf die ballferne Seite ein wichtiges Rezept zum Sieg sein. „Wir spielen ähnlich. Ich glaube auch, dass beide Mannschaften sehr, sehr gut mit Ball sind. Es wird auf Kleinigkeiten ankommen“, erwartet Miroslav Klose ein gutes Spiel und hofft darauf, dass seine Mannschaft „Münster mehr laufen lässt.“

Da Münster immer die spielerische Lösung sucht, könnte man durch ein hohes Pressing auch einige aussichtsreiche Balleroberungen im Zentrum verzeichnen. Funktioniert das Angriffspressing jedoch nicht, könnten sich für Oliver Batista Meier hingegen aussichtsreiche Freiräume ergeben. Beim Club der letzten Wochen darf man jedoch stark davon ausgehen, dass man das Spiel aktiv und offensiv gestalten wird, was angesichts der Qualitätsunterschiede zu Gunsten der Franken zum dritten Heimsieg in Folge führen könnte. Nürnbergs Trainer hofft dabei „auf die Dynamik, die unsere Fans ausstrahlen können“, die als „Riesenplus“ den Unterschied machen soll.