FCN: Von der Hitz belohnt sich für seine Geduld

Ein halbes Jahr Arbeit am Defensivspiel – „Das Gefühl muss man lernen.“

1. FC Nürnberg FCN News CLUBFOKUS Justin von der Hitz Analyse
Foto: DO IT NOW Media

Geduld zahlt sich aus

Der Hype war groß, als der 1. FC Nürnberg im Sommer Justin von der Hitz verpflichten konnte. Der 19-Jährige gewann in der vergangenen Spielzeit mit der Kölner U19 die Deutsche Meisterschaft – und wurde im Finale sogar zum Man of the Match gekürt. Bis er das erste Mal für den FCN in der 2. Bundesliga auf dem Feld stehen durfte, dauerte es jedoch bis zum vergangenen Freitagabend.

„Natürlich hat man vielleicht mal gehofft, dass man früher sein Debüt geben darf“, macht der U17-Weltmeister von 2023 keinen Hehl daraus, war jedoch stets mit dem Trainerteam im Austausch darüber, woran er noch arbeiten muss: „Man muss geduldig bleiben – das zahlt sich dann am Ende auch aus.“

Debüt

Gegen den Karlsruher SC durfte von der Hitz nicht nur sein Debüt feiern, sondern stand sofort in der Startelf, während er es in den 17 vorherigen Zweitligaspielen nur ein einziges Mal in den Kader geschafft hatte. Nachdem sich zuletzt keiner der Alternativen auf der Rechtsverteidigerposition empfehlen konnte, setzte FCN-Trainer Miroslav Klose erstmals auf ihn.

Der ehemalige Kölner deutete seine Stärken in der Offensive an, wurde defensiv nur wenig geprüft – trotz der nominell starken linken Karlsruher Seite. Mit sechs gewonnenen Defensivduellen verzeichnete von der Hitz dennoch die meisten des Clubs.

Umstellung

„Natürlich ist es ein bisschen eine Umstellung, da ich letztes Jahr fast nur vorne gespielt habe“, hatte der gebürtige Bergisch Gladbacher zuvor abgesehen vom Training noch nicht allzu häufig in einer Viererkette verteidigt. In der U23 lief er in der Hinrunde 14-mal als rechter Schienenspieler auf und konnte dabei sogar vier Treffer erzielen. „Die Intensität ist viel höher“, sagte er nach dem 5:1-Erfolg gegen Karlsruhe.

Dass er den Elfmeter zum einzigen Gegentreffer verschuldete, „ärgert einen trotzdem“: „Ich wollte eigentlich nur stehen bleiben und blocken. Ich glaube, er lässt sich auch ein bisschen fallen“, beschreibt er die Szene aus seiner Sicht.

Entwicklung genommen

Dass er für seinen Trainer nun rechts hinten infrage kam, hängt auch mit den vergangenen Monaten zusammen, in denen er viel an sich und vor allem an seinem Spiel gegen den Ball gearbeitet hat: „Ich habe jetzt ein halbes Jahr daran gearbeitet, damit es auf dem Level ist, wie es jetzt ist.“ Unter anderem sein Stellungsspiel führt er als Beispiel an: „Ich bin einer, der sticht gerne raus. Aber das Gefühl, wann es geht und wann nicht, muss man lernen.“

Das Warten auf den zweiten Einsatz sollte nun nicht wieder so lange dauern wie auf das Debüt. Bis Henri Koudossou wieder voll einsatzfähig ist, dürfte er zunächst die Nase vorn haben.