FCN spielt in Bochum um einen Auswärts-Rekord

Auf die Klose-Elf wartet ein formstarker und taktisch flexibler VfL.

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Foto: DO IT NOW Media

Zwei Lesarten

Im Hinspiel gegen den VfL Bochum feierte der 1. FC Nürnberg seinen ersten Saisonsieg. Adriano Grimaldi avancierte auf FCN-Seite in der Nachspielzeit zum Matchwinner des verdienten 2:1-Erfolgs. Der Gegner ist mit dem damaligen jedoch nicht mehr zu vergleichen. Unter Uwe Rösler, der am 9. Spieltag übernahm, läuft es deutlich besser.

Nur eines von 14 Zweitligaspielen unter seiner Regie ging verloren, mittlerweile ist man seit neun Partien ungeschlagen. Gleichzeitig konnte man jedoch auch nur eines der letzten sieben Spiele gewinnen, da man sich sechsmal mit einem Remis trennte. So rangiert man mit derzeit einem Punkt weniger als der Club auf dem neunten Platz, was ein Duell auf Augenhöhe vermuten lässt.

Stetige Entwicklung

Den FCN erwartet dennoch eine sehr anspruchsvolle Aufgabe. Zumal man auswärts die vergangenen vier Spiele verlor – ein fünftes in Folge würde den vereinsinternen Zweitligarekord einstellen. Beim VfL trifft Nürnberg auf ein Team, das sich zuletzt stetig weiterentwickelte. Zu Röslers Amtsantritt verteidigte man zumeist im tiefen Block im 4-4-2 und schaltete möglichst schnell in Richtung gegnerisches Tor um. Diese Stärke ist noch heute vorhanden – nicht zufällig verzeichnet Bochum die meisten Abschlüsse aller Teams nach Umschaltsituationen.

Verschiedene Facetten

Mittlerweile ist man jedoch deutlich flexibler. Gegen den Ball ist man in der Lage, in verschiedenen Anordnungen und Höhen zu pressen. Zuletzt gegen Paderborn verteidigte man mit einer Fünferkette und presste sehr hoch. Auch mit Ball hat man verschiedene Facetten. Oftmals versucht Bochum, über die linke Seite zu attackieren, wo Gerrit Holtmann zu den schnellsten Spielern der Liga gehört. Ganze 44 Prozent der Angriffe laufen über links.

Zugleich hat man mit Zielspieler Philipp Hofmann jemanden, der sowohl Flanken als auch lange Bälle bestens verarbeiten kann, sowie mit dem erst 18-jährigen Francis Onyeka einen Spieler, der sich aufgrund seiner technischen Fähigkeiten in den Zwischenräumen sehr wohlfühlt. Auch eine gute und dynamische Boxbesetzung gehört zu den Stärken des Teams.

Mehr Spielanteile

Der FCN wird voraussichtlich mehr Ballbesitz haben als der Gegner. Zwar wurde Bochum zuletzt nach und nach spieldominanter – dennoch verzeichnet man seit Röslers Amtsantritt mit durchschnittlich 43 Prozent die wenigsten Spielanteile der 2. Bundesliga. Dass man je nach Matchplan aber auch dominant auftreten kann, zeigt unter anderem das 1:1 gegen Münster, als man 56 Prozent Ballbesitz verbuchte. Allerdings konnte man in den drei Spielen, in denen man mehr Ballbesitz als der Gegner hatte, keinen Sieg einfahren.

Worauf sich der Club ebenfalls einstellen kann, ist ein extrem intensives Bochum. Zuletzt gegen Paderborn stellte man mit 194 Sprints den eigenen Saisonhöchstwert auf. „Wir wollen so viel Rückenwind wie möglich mitnehmen“, möchte Klose den 5:1-Sieg aus der Vorwoche nun auch auswärts bestätigen.