FCN: Reichert so nah an Mitspielern wie kaum ein anderer Torhüter in Deutschland

Die Nummer 1 des 1. FC Nürnberg liefert sogar deutschlandweite Top-Werte.

1. FC Nürnberg FCN News Analyse Jan Reichert Daten Statistik Taktik
Foto: DO IT NOW Media

Fantastische Entwicklung Reicherts

Dass Jan Reichert zu den großen Gewinnern beim 1. FC Nürnberg nach der Hinrunde gehört, steht außer Frage. Der Torhüter machte im Vergleich zur Vorsaison in verschiedensten Aspekten einen deutlichen Schritt nach vorne, weshalb ihm auch Miroslav Klose eine fantastische Entwicklung attestierte. So verbesserte sich der 24-Jährige nicht nur in der Strafraumbeherrschung, sondern zeigte zuletzt beim 2:1-Sieg über Hannover 96 auch starke Paraden auf der Linie.

Mutigere Positionierungen mit Ball

Auch wenn Reichert anhand seiner gespielten Pässe pro 90 Minuten zu den am wenigsten ins Ballbesitzspiel eingebundenen Torhütern der 2. Bundesliga zählt, wirkt sein Spiel mit Ball inzwischen deutlich sicherer. Nicht nur, weil er die viertniedrigste Fehlpassquote aller Zweitliga-Schlussmänner aufweist und dabei zunehmend mutigere Lösungen findet. Sondern auch, weil er sich mit Ball höher und selbstbewusster positioniert – wodurch er für seine Mitspieler häufiger anspielbar ist, wenngleich der Rückpass zum Torhüter beim Club prinzipiell nicht gewollt ist.

Reichert so nah wie kaum ein anderer in Deutschland

Reicherts mutigere Positionierungen lassen sich sogar statistisch belegen. Geht man rein nach seiner Höhe – also der Entfernung zur eigenen Torlinie im Ballbesitz – stehen nur die Torhüter von vier Zweitligisten höher, inklusive Bundesliga sogar nur sieben. Umso beeindruckender wird dieser Wert, wenn man zusätzlich die Höhe der Verteidigungslinie berücksichtigt. Demnach ist der Abstand zwischen Abwehrkette und Torhüter in den ersten beiden deutschen Ligen bei lediglich drei Mannschaften geringer als beim FCN. Einfach ausgedrückt: Reichert ist seinen Feldspielern so nah wie kaum ein anderer Torhüter in Deutschland.

Auch gegen den Ball mutiger: bessere Strafraumbeherrschung

Auch gegen den Ball gehört Reichert in puncto Höhe zu den auffälligeren Torhütern. In der 2. Bundesliga belegt er dabei Rang sieben – und das, obwohl die Nürnberger Defensive insgesamt eher im unteren Drittel liegt, was die Höhe der Abwehrlinie betrifft. Die offensivere Grundpositionierung dürfte ihm auch bei der Strafraumbeherrschung geholfen haben, wo die Daten ebenfalls eine klare Verbesserung bestätigen.

Im Vergleich zur Vorsaison fängt der gebürtige Schweinfurter fast vier Prozent mehr Flanken ab. Mit 10,2 Prozent abgefangenen Hereingaben rangiert er ligaweit auf einem starken sechsten Platz und liegt nur knapp hinter Rang zwei, den Pelle Boevink mit 10,9 Prozent belegt. Klarer Spitzenreiter ist Jonas Kersken mit 15,6 Prozent.

Klose sieht noch Potenzial

Insgesamt bestätigen die Zahlen damit, was der subjektive Eindruck bereits andeutete: mehr Mut, Selbstbewusst und Sicherheit münden in starke Leistungen, weshalb Jan Reichert ein echter Rückhalt in der Hinrunde des 1. FC Nürnberg darstellte – und noch längst nicht am Ende seiner Entwicklung ist: „Er ist im zweiten Jahr, das darf man nicht vergessen. Er hat noch Potenzial“, so Klose.