FCN-Offensive vor Umstellung: Chance für Scobel?

Nach Lubachs Ausfall deutet sich die Rückkehr zum klassischen Zielspieler an.

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Matchplan gegen Kiel

Am vergangenen Wochenende lief der 1. FC Nürnberg erstmals in der Rückrunde ohne einen klassischen Zielspieler à la Adriano Grimaldi oder Piet Scobel auf. Stattdessen besetzte Mohamed Ali Zoma die vorderste Reihe, während Julian Justvan als eine Art Shadow Striker dahinter agierte. Auf der linken Seite bewegte sich häufig Rafael Lubach in der FCN-Offensive. Warum das der Fall war, erklärte Miroslav Klose vor allem mit dem Gegner.

„Das war jetzt nur matchplanabhängig“, hatte das Trainerteam des Clubs offensichtlich Schwächen bei den Kielern in der Rückwärtsbewegung erkannt. Der Plan in der Offensive ging vor allem bei den Toren gut auf, da alle aus Tempoaktionen entstanden, was zu den Profilen Zomas, Justvans und Lubachs passte. „Weil wir auch die Spieler dafür hatten“, war auch das vorhandene Personal ausschlaggebend für die Nürnberger Herangehensweise bei den Störchen.

Lubachs Ausfall

Die offensive Besetzung wird der Weltmeister beim Heimspiel gegen Kaiserslautern jedoch zwangsläufig ändern müssen, da Lubach nach seiner fünften gelben Karte gesperrt fehlt. „Er hat ein richtig gutes Profil, das uns hilft, sodass er mal der abkippende Spieler nach hinten sein kann, aber auch in die letzte Linie gehen kann“, lobte ihn sein Trainer.

Da der Club dieses Profil ansonsten kaum in den eigenen Reihen hat – und der FCK einen anderen Matchplan erfordern dürfte –, deutet Klose die Rückkehr zu einem gelernten Neuner an. Zumal Teams gegen Kaiserslautern in der Regel mehr lange Bälle einstreuen als gegen andere Mannschaften.

Scobel oder Grimaldi?

Dass die Wahl dabei auf Mickael Biron oder Noah Maboulou fallen wird, ist unwahrscheinlich, da beide andere Profile mitbringen. Biron stand zudem seit dem 5. Spieltag nicht mehr in der Startelf, Maboulou wurde in Kiel ein- und ausgewechselt und musste sich im Nachgang deutliche Kritik von Klose anhören.

Entsprechend dürften Adriano Grimaldi und Piet Scobel die beiden heißesten Kandidaten für einen Startplatz sein. Grimaldi durfte vor Kiel viermal hintereinander von Beginn an auflaufen, blieb außer beim 5:1-Heimerfolg gegen den KSC jedoch zumeist unglücklich, brachte zweimal in Folge nur 43 Prozent seiner Zuspiele zum Mitspieler und blieb dreimal in Folge ohne eigenen Abschluss.

Allein deshalb dürfte sich der 20-jährige Scobel berechtigte Hoffnungen machen, wieder in der Nürnberger Anfangsformation aufzulaufen. Nach seinem fulminanten Rückrundenauftakt gegen Elversberg mit zwei Treffern stockte zwar auch bei ihm der Motor, sodass er fünfmal in Folge nur von der Bank kam. Entscheidend wird den Aussagen Kloses zufolge auch die Trainingsleistung sein: „Es bleibt dabei, dass ich meine Entscheidung immer dementsprechend treffe, wer gut trainiert hat.“