Spektakel
Der 3:2-Erfolg des 1. FC Nürnberg zum Rückrundenauftakt bot ein Spektakel, das man in dieser Form schon lange nicht mehr im Max-Morlock-Stadion zu sehen bekam. Die 27 Abschlüsse, die die Klose-Elf abgab und der höchste Wert beim FCN seit August 2019 sind, belegen dies deutlich. Die daraus resultierenden Expected Goals variieren je nach Datenanbieter zwischen etwa 2,8 und 3,4 xG, zuletzt übertroffen beim 8:3-Erfolg gegen Regensburg in der Vorsaison.
Nürnberger Bestwerte
Die Zielstrebigkeit, mit der der Club seine Angriffe vortrug, war auffällig. Das zeigt sich nicht darin, dass man mehr Pässe, mehr Spielanteile oder längere Ballbesitzphasen verzeichnete – hier lagen die Gäste aus Elversberg teilweise sogar knapp vorne. Ganze 18 Abschlüsse kreierte man aus dem eigenen Ballbesitz heraus, was zuvor unter der Regie von Klose noch nicht erreicht wurde.
Gleichzeitig konnte man auch nach Eckbällen immerhin vier Schüsse verzeichnen, was in dieser Spielzeit lediglich bei der 1:2-Niederlage in Karlsruhe überboten (5) wurde. Insgesamt resultierten daraus 32 Ballaktionen im gegnerischen Strafraum, was der FCN in dieser Saison noch nicht übertreffen konnte. 22 davon gingen allein auf das Sturmduo aus Scobel und Mohamed Ali Zoma, die dadurch den gesamten Nürnberger Hinrundenschnitt von 18 pro Spiel übertrafen.
Lange Bälle
Im Spiel gegen den Ball machte der Club zwar nicht alles richtig, präsentierte sich aber sehr aktiv und gewillt, den Gegner im Spielaufbau früh zu stressen. Daraus generierte man unter anderem 19 hohe Balleroberungen, was für den FCN – seitdem Klose Trainer ist – den Höchstwert bedeutet. Durch das Mann-gegen-Mann beim gegnerischen Abstoß zwang man die SVE zu vielen langen Bällen, die mit anteilig 15 % so häufig wie noch nie zuvor unter Trainer Vincent Wagner gespielt wurden. Da die Gäste nur 40 % der Kopfballduelle gewannen, landeten viele dieser Bälle bei den Franken.
Beeindruckend
Nicht nur der Club als Mannschaft, auch viele Spieler konnten mit guten Leistungen und beeindruckenden Zahlen überzeugen. Über die 12 Abschlüsse von Piet Scobel wurde bereits viel geschrieben. Wie beeindruckend dieser Wert ist, zeigt sich daran, dass der FCN in der Hinrunde an neun von 17 Spieltagen weniger als diese 12 Schüsse als gesamtes Team abgab.
Starke linke Seite
Dass der Club regelmäßig den Weg über die linke Seite nach vorne sucht, ist kein Zufall – sondern hängt stark mit dem Duo Berkay Yilmaz und Rafael Lubach zusammen. Auch gegen Elversberg trug der FCN mehr als 50 % seiner Angriffe über links vor. Lubach hatte zwar hin und wieder Probleme mit dem ersten Ballkontakt, kam am Ende aber auf zehn Dribblings; sein bisheriger Höchstwert im Herrenbereich betrug fünf. Yilmaz verzeichnete nicht nur die meisten progressiven Läufe des Spieltags, sondern bereitete zwei Tore direkt vor – und damit so viele wie in den vorherigen 17 Zweitligaspielen dieser Saison kumuliert.
Kombiniert mit einer ballsicheren Zentrale, in der unter anderem Finn Ole Becker und Adam Markhiyev über 90 % ihrer Pässe zum Mitspieler brachten, ergab sich ein stimmiges Gesamtbild, das den Tabellenzweiten der 2. Bundesliga vor große Aufgaben stellte.



