FCN: „Macht richtig Spaß“ – Warum Marko Soldic kein gewöhnliches Talent ist

Was Klose am 16-Jährigen begeistert – und woran er noch arbeiten will.

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Foto: DO IT NOW Media

Erster Einsatz

Im Laufe des Trainingslagers des 1. FC Nürnberg wurde Marko Soldic 16 Jahre alt. „Er hat Sachen im Training gemacht, das ist fantastisch und macht richtig Spaß“, wusste er FCN-Trainer Miroslav Klose zu begeistern.

Als Belohnung durfte er beim Testspiel gegen Zürich auch seine ersten 45 Minuten absolvieren. „Mit dieser Einheit war er das 14. Mal bei uns“, zeigte er dennoch keine Anlaufschwierigkeiten – und bereitete prompt zwei Tore für den Club vor.

Kein normales Talent

Bei seinem Debüt merkte man auf Anhieb, dass es sich bei Soldic um kein gewöhnliches Talent handelt, das 2010 geboren wurde. Trotz seines jungen Alters trat er selbstbewusst auf, forderte Bälle und versteckte sich nicht. Seine Übersicht, seine Technik und vor allem seine Spielintelligenz blitzten auf der halbrechten Position im Mittelfeld sofort auf.

„Das Gute ist, dass wir so eine Positionierung im Spiel haben, sodass die Jungs schnell reinkommen“, freute sich auch Nürnbergs Trainer über den gelungenen Einstand.

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Lieferte in der U17-Saison beeindruckende Zahlen – und knüpfte im Trainingslager der FCN-Profis daran an: Marko Soldic.

Erwartungen bremsen

Dennoch möchte Klose – verständlicherweise – den Hype und die Erwartungen möglichst gering halten. „Der Junge macht das schon voll allein, aber wir wollen ihn nicht zu früh reinsteigern“, will er keinen Druck aufbauen und das Talent behutsam an sein Profidebüt heranführen.

Natürlich hat Soldic noch einige Schritte zu gehen, um seine Anlagen auch im Herrenbereich nachhaltig unter Beweis zu stellen. „Die paar Sachen, die er nicht so gut gemacht hat, werden wir ihm auch aufzeigen“, wollte Klose auch nach dem Zürich-Spiel noch in die Analyse gehen.

Mehr Kontakte

Was Nürnbergs Trainer seinem Juwel noch schulen möchte, ist unter anderem die Positionierung. „Drei Meter tiefer oder höher ist schon entscheidend“, sieht er noch Luft nach oben. Dabei geht es dem ehemaligen Stürmer vor allem darum, dass Soldic noch zu oft direkt spielen möchte. „Annehmen ist bei ihnen oft keine Option, sondern immer nur alles schnell, schnell und zielstrebig zum Tor“, ist eine Entwicklung im Fußball, die nicht nur Klose, sondern vielen Trainern, die Wert auf Kontrolle, Ballbesitz und das Locken des Gegners legen, eher ein Dorn im Auge ist.

Frage der Zeit

Für den 47-Jährigen kommt zu viel direktes Spielen, vor allem ohne Not, einem Kontrollverlust gleich: „Ich will ihnen Technik und Positionierung beibringen.“ Auch an die andere Spieldynamik in der 2. Bundesliga wird sich der deutsche U16-Nationalspieler gewöhnen müssen. Das ist jedoch wohl keine Frage des „Ob“, sondern nur des „Wann“. Denn in Nürnberg weiß man sehr genau, dass man mit Marko Soldic ein weiteres außergewöhnliches Talent in den eigenen Reihen hat. Dass der Trainer keinen zusätzlichen Druck aufbauen möchte, ist nachvollziehbar. Wenngleich sich am Ende Qualität ohnehin fast immer durchsetzt.