Problemposition beim FCN
Kurz vor der Saison wähnte man sich gut besetzt, doch inzwischen kristallisierte sich diese Position zu einer echten Baustelle beim 1. FC Nürnberg heraus: die Rechtsverteidigerposition. Insbesondere nach dem verletzungsbedingten Ausfall des vom FC Augsburg ausgeliehenen Henri Koudossou bekommt Miroslav Klose keine Konstanz auf die rechte Abwehrseite.
Beim gelernten Innenverteidiger Tim Drexler konnte man bei der jüngsten 0:1-Niederlage auf Schalke beobachten, wie sehr er mit dieser Rolle fremdelt. Der zu Saisonbeginn formschwache Tim Janisch konnte sich zuletzt zwar wieder etwas stabilisieren, vermag den hohen Offensivdrang Koudossous aber nicht ansatzweise zu ersetzen.
Top-Leistung im Topspiel
Ein weiterer Rechtsverteidiger, der noch beim FCN unter Vertrag steht, konnte derweil rund 120 Kilometer entfernt von der Gelsenkirchener Veltins-Arena überzeugen. Beim 0:0 von Rot-Weiß Essen beim SC Verl schaffte das verliehene Club-Eigengewächs Jannik Hofmann so etwas wie einen persönlichen Wendepunkt seiner Saison. Denn im Nachgang dieser Drittliga-Toppartie zwischen dem Tabellendritten und -vierten erhielt der 23-Jährige viel Lob für einen couragierten Auftritt.
In seinem Startelf-Comeback nach über zwei Monaten konnte Hofmann insbesondere mit Intensität und Leidenschaft auf der rechten Seite einer Fünferkette überzeugen: „Hofi hat auf der Schiene wirklich überragend gespielt. Besio ist für mich ein richtig geiler Spieler in der Liga, aber Hofi war noch besser und wirklich überragend. So kann es gerne weitergehen“, lobte RWE-Kapitän Michael Schultz in der WAZ den starken Auftritt gegen den Verler Offensivspieler Alessio Besio, der in dieser Saison bereits an zwölf Toren direkt beteiligt war.
Trainerlob für intensiven Hofmann
Neben der Umstellung auf die Fünferkette, die Hofmann offensichtlich entgegenkommt, hob auch Trainer Uwe Koschinat das direkte Duell zwischen dem Nürnberger Leihspieler und seinem Gegenspieler hervor: „Dazu gab es unglaublich rassige Zweikämpfe zwischen Besio und Hofmann. Das hatte sehr, sehr hohes Niveau zwischen zwei absoluten Top-Sprintern. Die beiden haben es sich richtig gegeben. Das war mit Sicherheit ein Schlüssel, dass wir ihn sehr gut, hart und eng verteidigt haben.“
Wieder Stammspieler?
Passend dazu fallen auch Hofmanns Leistungsdaten dieser Partie aus, die seinen Fokus auf Intensität statt Finesse unterstreichen: Während er über 90 Minuten lediglich drei erfolgreiche Pässe spielte, führte er mit 35 Zweikämpfen die Statistik aller Spieler auf dem Feld an.
Gut möglich also, dass er sich mit diesem Auftritt nach einer Hinrunde mit Höhen und Tiefen kurz vor der Winterpause wieder in den Fokus gespielt hat – nachdem sein zuvor bevorzugter Konkurrent Michael Kostka nun verletzt ausfiel. In der Rückrunde dürfte der Bayreuther hoffen, noch häufiger von Beginn an auf dem Platz zu stehen, als es bislang mit sechs Startelfeinsätzen nach 18 Spieltagen der Fall war.



