Teurer Neuzugang – enttäuschende Hinrunde
Rund 800.000 Euro soll den 1. FC Nürnberg die Verpflichtung von Mickael Biron gekostet haben – eine Summe, die für den Club bereits zur teureren Kategorie zählt. Entsprechend groß dürften die Erwartungen gewesen sein, dass sich der Neuzugang aus der belgischen zweiten Liga ohne große Anlaufzeit zu einem Leistungsträger entwickelt. Bekanntermaßen war das bislang nicht der Fall: Der Angreifer kam auf lediglich drei Startelfeinsätze sowie sechs Einwechslungen und steht nach der Hinrunde bei null Toren und null Vorlagen.
Klose optimistisch
Trotz dieser enttäuschenden ersten Halbsaison zeigt sich Miroslav Klose weiterhin „optimistisch“, dass dem 28-Jährigen der Turnaround noch gelingen kann: „Wenn man aus einem anderen Land kommt und sich erst einmal an das Tempo und die Robustheit gewöhnen muss, dauert das.“ Offenbar besteht beim Trainerteam die Hoffnung, dass Biron aus dem vergangenen halben Jahr lernen konnte und diese Erkenntnisse nun besser auf den Zweitliga-Fußball übertragen kann.
Den nötigen Willen, an sich zu arbeiten, erkennt Klose beim in Martinique geborenen Offensivspieler jedenfalls: „Mir ist auch wichtig, dass der Spieler dementsprechend diese Einstellung hat, sich durchzubeißen.“ Insofern geht der Trainer offenbar davon aus, dass sich Biron in der Rückrunde wieder häufiger für Einsatzminuten oder zumindest für den Spieltagskader empfehlen kann, nachdem er in sechs der letzten sieben Spiele nur auf der Tribüne saß: „Ich gehe davon aus, dass in der Rückrunde mehr passiert als in der Vorrunde“, so der 47-Jährige.
Abgang dennoch möglich
Ein vorzeitiger Abschied des 1,70 Meter großen Rechtsfußes ist dennoch nicht ausgeschlossen. Zwar betonte Sportvorstand Joti Chatzialexiou gegenüber der BILD ähnlich wie sein Trainer, dass es manchmal Anlaufzeit und Geduld brauche. Gleichzeitig zeigt er sich jedoch gesprächsbereit: „Sollten Angebote kommen, werden wir weitersehen. Er hat aber Fähigkeiten, die uns guttun könnten.“
Tatsächlich konnte man Biron in seinen bislang 334 Einsatzminuten den Einsatzwillen kaum absprechen und seine Fähigkeiten zumindest erahnen. Das Endprodukt seiner vielen Aktionen blieb jedoch fast immer unglücklich. Insofern wäre es durchaus eine kleine Überraschung, sollte Mickael Biron nach dieser enttäuschenden Hinrunde noch die 180-Grad-Wende beim 1. FC Nürnberg schaffen. Trainer und Sportvorstand wollen diese Hoffnung jedenfalls noch nicht aufgeben.



