Auf der Suche
Der 1. FC Nürnberg möchte sich in der Wintertransferperiode noch verstärken und sondiert entsprechend den Markt nach Neuzugängen. Unter anderem wird beim FCN noch ein Stürmer gesucht. In der Hinrunde konnte keiner der Angreifer überzeugen – anders als Piet Scobel bei seinem Startelfdebüt am 18. Spieltag zu Hause gegen die SV Elversberg, als er mit einem Doppelpack zum Matchwinner avancierte.
Wechsel aus Italien?
Einer von mehreren Kandidaten für den Club ist Alberto Cerri, dessen Name vom italienischen Online-Fußballportal PianetaSerieB zuerst mit den Franken in Verbindung gebracht wurde. Der 29-Jährige steht beim italienischen Erstligisten Como 1907 noch bis zum Saisonende unter Vertrag. Für den Tabellensechsten kam er in der Serie A in dieser Spielzeit jedoch noch nicht ein einziges Mal zum Einsatz, obwohl er an 18 von 20 Spieltagen im Kader stand.
In den beiden vergangenen Saisons wurde er jeweils verliehen. So lief er 2024/25 in der Rückrunde zusammen mit Nürnbergs Luka Lochoshvili für US Salernitana in der Serie B auf. Beide konnten den Abstieg in die drittklassige Serie C jedoch nicht verhindern.
Abgeflacht
Der 1,94 Meter großgewachsene Stürmer galt lange Zeit als großes Talent Italiens. Er durchlief bis zur U21 jedes Nachwuchsteam der Nationalmannschaft und debütierte mit lediglich 16 Jahren in der Serie A. Das Potenzial konnte er jedoch nicht dauerhaft abrufen, sodass er bislang in 90 Einsätzen in der höchsten italienischen Spielklasse lediglich sechs Treffer erzielte.
Klares Profil
Das Profil des Nürnberger Transfergerüchts lässt sich eindeutig als Zielspieler beschreiben. Er ist prädestiniert dafür, lange Bälle zu empfangen, um sie mit seiner Kopfballstärke zu verlängern oder festzumachen. Bei Salernitana führte er mit 12 Kopfballduellen pro 90 Minuten die mit Abstand sein Team, der Spieler mit den zweitmeisten kam auf lediglich sechs. Ligaweit waren es sogar die drittmeisten Luftduelle, die der Stürmer führte. Mit dem Ball am Fuß setzt er wenig Tempoläufe oder Dribblings an, da Dynamik und Tempo nicht zu seinen Stärken gehören, ist aber durchaus in der Lage, das Spielgerät technisch anspruchsvoll zu verarbeiten.
Seine Pässe sind zumeist sehr kurz und „einfach“ gehalten, dennoch wies er in der Vorsaison mit einer Passpräzision von lediglich 64 Prozent die schwächste Quote seiner Mannschaft auf. Seine Präsenz zeigt sich auch daran, dass er pro 90 Minuten ligaweit der Spieler mit den viertmeisten Ballaktionen im gegnerischen Strafraum war. Vor dem Tor agierte er jedoch zu ineffizient: Aus über acht Expected Goals gelangen dem Rechtsfuß am Ende lediglich drei Treffer.

Noch nicht entschieden
Neben dem FCN sind an Cerri noch ein weiterer deutscher Zweitligist sowie mehrere Teams aus der Serie B interessiert. Der Italiener, der als mannschaftsdienlich gilt, brächte zwar viel Erfahrung, aber kaum Spielpraxis mit. Auch abgesehen von seiner Physis verfügte der zweifache italienische Zweitligameister (2016 & 2017) über interessante Fähigkeiten, würde mit seinem Profil jedoch Piet Scobel und Adriano Grimaldi ähneln. Ausbaufähig erscheint vor allem der Abschluss: In allen beim Datenanbieter Wyscout erfassten Spielen erzielte er mehr als 20 Tore weniger als laut Expected Goals möglich gewesen wären. Ein Wechsel nach Nürnberg wäre für Alberto Cerri die erste Station außerhalb seines Heimatlandes.



