FCN gegen „die beste Mannschaft der Liga“

Standards, Umschaltspiel, Physis: Darmstadt fordert den 1. FC Nürnberg auf allen Ebenen.

1. FC Nürnberg FCN News CLUBFOKUS SV Darmstadt Analyse
Foto. DO IT NOW Media

Nächstes Brett

Nach dem erfolgreichen Rückrundenauftakt des 1. FC Nürnberg und dem 3:2-Erfolg gegen Elversberg wartet auf den FCN der nächste Top-Gegner. Der SV Darmstadt ist extrem schwer zu schlagen und verlor in dieser Spielzeit erst zwei Ligaspiele – alle anderen Zweitligisten mindestens vier.

Vor allem auswärts erwartet den Club eine schwierige Aufgabe. Nicht nur, da die Mannschaft von Miroslav Klose hier selbst erst sieben Punkte in acht Spielen einfahren konnte, sondern auch, weil die Lilien extrem heimstark sind. Aus den letzten elf Heimspielen feierte man acht Siege, trennte sich dreimal Remis und verlor noch kein einziges Mal.

Beste Mannschaft der Liga

In der Vorwoche trennte sich Darmstadt in Bochum 3:3. VfL-Trainer Uwe Rösler lobte den SVD im Nachgang als „die beste Mannschaft der Liga“ in zwei Facetten des Spiels – im offensiven Umschaltspiel und bei Standardsituationen. Die Daten widersprechen dem nicht. Sowohl nach Eckbällen als auch nach Freistößen erzielte man die meisten Treffer der Liga. Bei Toren nach Ballgewinn und Kontern rangiert man jeweils auf dem zweiten Rang.

Erfahren

Wucht und Erfahrung sind weitere Schlagworte, die Nürnbergs kommenden Gegner definieren. Die Lilien sind die im Durchschnitt älteste Mannschaft der Liga und liefen in der Vorwoche mit nur einem Spieler, der jünger als 25 Jahre war, von Beginn an auf. Ihre Physis und Kopfballstärke machen sie sich nicht nur bei den bereits angesprochenen Standards zunutze.

Im Spiel gegen den Ball schließt Darmstadt bewusst das Zentrum und lässt den Gegner stattdessen eher über die Flügel kommen. Auch deshalb werden gegen die Lilien die zweitmeisten Flanken geschlagen, dank der großgewachsenen Defensive lässt man dennoch die zweitwenigsten Abschlüsse per Kopf zu.

Kohfeldts Plan

Der Tabellendritte definiert sich nicht im klassischen Sinne über „Intensität“. Weder bei Sprints, Laufleistung noch bei Pressingparametern steht man im Ligavergleich weit vorne. In der Defensive verteidigt Darmstadt oft im 4-2-3-1, aus dem heraus man viel Raumdruck anstelle klarer Mannorientierungen ausüben möchte.

Trainer Florian Kohfeldt ist zudem in der Lage, sich gut auf den Gegner einzustellen. So ist es ebenso denkbar, dass man gegen den FCN anders pressen wird – zumal man mit Spielern wie Fraser Hornby über Akteure verfügt, die sich gegen den Ball sehr clever verhalten.

Lange Bälle

Was der FCN zuletzt immer wieder gut einstreute, waren lange Bälle. Darauf wird sich am Böllenfalltor auch die Nürnberger Hintermannschaft einstellen müssen. Die Lilien sind spielstark und verfügen über ein variables Kombinationsspiel. Oft kippt einer der Sechser ab, die Flügelspieler agieren invers und die Außenverteidiger schalten sich gerne mit nach vorne ein.

Situativ streut Darmstadt aber auch immer wieder lange Bälle ein. Man spielt sogar die meisten der Liga, verzeichnet dabei zugleich die zweithöchste Präzision. Vor dem gegnerischen Tor attackiert man die Box konsequent und hat mit Stürmer Isac Lidberg einen echten Unterschiedsspieler in den eigenen Reihen.

Andere Aufgabe

Auf den 1. FC Nürnberg wartet nach den Duellen gegen Hannover und Elversberg die nächste große Herausforderung. Seine starken offensiven Abläufe aus der Vorwoche wird der FCN auch am 19. Spieltag auf den Platz bringen wollen. Mit Darmstadt wartet jedoch ein variabler Gegner mit klaren Stärken. Gelingt es dem Club, diese einzudämmen, sind Punkte möglich – die Aufgabe gegen eine sehr wuchtige Mannschaft wird jedoch alles andere als einfach.