Von 0 auf 100
Bevor Styopa Mkrtchyan sein Debüt für den 1. FC Nürnberg feiern durfte, absolvierte er lediglich zwei Trainingseinheiten mit dem FCN. Obwohl Miroslav Klose ursprünglich ankündigte, dass es eher unwahrscheinlich sei, dass ein Neuzugang starten wird, durfte der Innenverteidiger in Paderborn von Beginn an auflaufen.
Die Voraussetzungen waren entsprechend nicht einfach für Mkrtchyan, der als Linksfuß zudem fußverkehrt halbrechts agieren musste. Seine Erfahrung war am Ende ausschlaggebend dafür, dass sein Trainer ihn sofort in die Startelf beorderte.
Unglücklich
Am Ende kommt man nicht darum herum, von einem unglücklichen Debüt des Armeniers zu sprechen. Er verschuldete den Elfmeter zum 0:1 und sah auch beim 0:2 nicht gut aus, da er seinen Gegenspieler Santiago Castaneda im Rücken weglaufen ließ. Zugutehalten kann man ihm, dass Berkay Yilmaz gleichzeitig das Abseits aufhebt und Mkrtchyan vermutlich etwas weiter außen positioniert war, um im Bedarfsfall Tim Janisch am Flügel zu helfen – über dessen Seite der Club zuvor sehr anfällig war und viele 1-gegen-1-Duelle verlor.
Ansätze
Neben den Gegentoren – und den zugegebenermaßen ein bis zwei weiteren wackeligen Aktionen – konnte man jedoch auch einiges an Potenzial beim 23-fachen Nationalspieler erkennen. Im eigenen Ballbesitz zeigte er sich sehr souverän, löste einige Pressingsituationen auf und agierte ballsicher (88 % Passquote).
Dass er grundsätzlich in der Lage ist, eng am Mann nach vorne zu verteidigen, zeigte sich ebenfalls. Seine sechs erfolgreichen Defensivduelle wurden FCN-intern nur von Luka Lochoshvili (7) übertroffen. Seine Zweikampfquote von 65% war sogar die beste aller Nürnberger Startelfspieler.
Weitere Option
„Wenn man sieht, dass er nur zwei Tage mit der Mannschaft trainiert hat, bin ich zufrieden“, zeigte sich Klose mit der Leistung des 22-Jährigen einverstanden. Während Mkrtchyan bislang meist halblinks in der Abwehr auflief, startete er in Paderborn halbrechts – und agierte nach der Umstellung auf die Dreierkette als zentraler Innenverteidiger.
Damit ermöglicht er dem Trainerteam dringend benötigte neue Optionen, nachdem man kurz vor Transferschluss Ondrej Karafiat, Tim Drexler und Robin Knoche ziehen ließ. „Natürlich wissen wir, dass da die Abstimmung und die Abläufe noch nicht da sein können“, soll Mkrtchyans nächster Einsatz besser verlaufen als der erste.



