FCN spielstark, aber klein
Wenn der 1. FC Nürnberg am Samstagmittag beim SC Paderborn gastiert, trifft der Tabellenneunte auf den Vierten. Obwohl zwischen beiden Teams lediglich vier Plätze liegen, beträgt der Abstand in der Tabelle bereits zehn Punkte. Entsprechend dürften die Ostwestfalen als Favorit in die Partie des 21. Spieltags der 2. Bundesliga gehen.
Ähnlich schätzt es auch SCP-Verteidiger Calvin Brackelmann ein, der trotz eines ausgeglichenen Hinspiels optimistisch ist, diesmal als Sieger vom Platz zu gehen: „Wir müssen einfach bei 100 Prozent sein und alles geben, dann holen wir uns die drei Punkte am Wochenende“, kündigte der 26-Jährige bei SCP07-TV an.
Sein Abwehrkollege Marcel Hoffmeier erwartet eine „spielerisch gute Mannschaft“, machte jedoch eine weitere Beobachtung über die Franken, die offenbar auch intern thematisiert wird. Demnach sei der Club „eine etwas kleinere Mannschaft“.
Nur eine Elf war kleiner
Tatsächlich zählt der 1. FC Nürnberg auf Basis der Startformationen des vergangenen Spieltags zu den kleinsten Mannschaften der Liga. Beim 1:1-Remis gegen Preußen Münster kam die Klose-Elf laut Sofascore auf eine durchschnittliche Körpergröße von 181,9 Zentimetern – lediglich der FC Magdeburg lag mit 181,3 Zentimetern noch darunter. Die größte Startelf stellte an diesem Spieltag die SpVgg Greuther Fürth mit durchschnittlich 187,5 Zentimetern.
Insofern war Hoffmeiers Beobachtung korrekt, wenngleich er zugleich eindringlich vor der Nürnberger Spielstärke warnt: „Da müssen wir aufpassen.“ Gleichzeitig zeigt sich der ebenfalls 26-Jährige zuversichtlich: „Aber ich glaube, wenn wir unsere Stärken wieder auf den Platz bekommen und gegen den Ball gut arbeiten, können wir das Spiel gewinnen.“
Interessanterweise hängt eine der großen Stärken der Paderborner zumindest indirekt mit dem Thema Körpergröße zusammen.
Kopfballgefährliche Paderborner
Mit bereits zehn Kopfballtreffern stellt der SC Paderborn die diesbezüglich gefährlichste Mannschaft der Liga. Allein vier davon – und zwei im letzten Heimspiel – erzielte der 1,94 Meter große Stürmer Steffen Tigges, dessen Kopfballtor im Hinspiel lediglich durch eine knappe Abseitsstellung verhindert wurde. Entsprechend dürften sich die Gastgeber durchaus Chancen ausrechnen, gegen eine der kleineren Mannschaften der Liga über Luftduelle zum Erfolg zu kommen.
Was den 1. FC Nürnberg allerdings beruhigen dürfte: Gerade im Abwehrzentrum ist man mit den großgewachsenen Fabio Gruber und Luka Lochosvhili gut aufgestellt. Zudem zählt der FCN mit bislang nur drei Kopfballgegentoren zum oberen Drittel der Liga. Insofern ist die durchschnittliche Körpergröße einer Mannschaft nur bedingt aussagekräftig – zumal der SC Paderborn am vergangenen Spieltag mit 183,4 Zentimetern sogar unter dem Ligadurchschnitt lag.
Viele Luftduelle?
Nichtsdestotrotz ist es bemerkenswert, dass die Nürnberger Körpergröße auf Paderborner Seite explizit thematisiert wird und somit wohl auch Teil der Spielvorbereitung sein könnte. Dabei dürfte es aber nicht ausschließlich um Situationen im eigenen oder gegnerischen Strafraum gehen. Denn unabhängig davon arbeitet der SC Paderborn in seinem Spiel regelmäßig mit langen und hohen Bällen sowie vielen Luftzweikämpfen – auf genau diese Elemente muss sich der 1. FC Nürnberg am Samstag definitiv einstellen.



