Fehlende Gier
Die 1:2-Niederlage des 1. FC Nürnberg in Paderborn hatte vor allem mit einer schlechten ersten Halbzeit zu tun, nach der man folgerichtig mit 0:2 hinten lag. Die Gründe dafür hatten laut FCN-Trainer Miroslav Klose „ganz, ganz wenig mit Taktik zu tun“, wie er in der Sportschau analysierte. Was der Weltmeister bei seiner Mannschaft vermisste, war „dieser unbedingte Glaube, in den Zweikampf zu kommen.“ Noch drastischer formulierte es Luka Lochoshvili bei der BILD – und sah beim Club „keine Einstellung und keine Gier.“
Grimaldis Einordnung
Andere Worte findet hingegen Adriano Grimaldi im Podcast Ka Depp. „Aber da steckt meistens auch ein bisschen mehr dahinter“, sieht der Stürmer tiefgreifendere Gründe. Für ihn sah das vor allem so aus, weil der SCP dem Club überlegen war: „Wenn du halt einen Gegner hast, der in den Situationen besser ist, es gut macht und vielleicht taktisch ein bisschen überlegen ist, dann sieht es meistens so aus, dass wir nicht in die Zweikämpfe kommen oder den Kampf nicht annehmen.“ „Überrascht, wie sie gespielt haben“, sei der FCN in der ersten Halbzeit vom Gegner gewesen – und dazu „im Kopf zu langsam.“
„Dann kommt eins zum anderen und auf einmal sind 45 Minuten vorbei“, blickt der 34-Jährige auf den ersten Durchgang zurück. In der Halbzeit korrigierte man den ursprünglichen Plan unter anderem mit der Umstellung auf die Dreierkette, wurde durch die rote Karte aber ausgebremst. „Einfachen Fußball zu spielen, den Ball nach vorne zu bringen, die letzte Linie zu attackieren und irgendwie das Tor zu machen“, lautete die Devise in Unterzahl, in der man am Ende sogar noch die Chance auf den Ausgleich hatte.
Stellschrauben
Grimaldi macht keinen Hehl daraus, dass man in Nürnberg mit der bisherigen Saison nicht zufrieden ist: „Ich denke, dass wir mit der Mannschaft und mit dem Personal deutlich weiter oben stehen müssten und deutlich mehr Siege hätten einfahren müssen.“ Auch wenn man mit 26 Punkten nach 21 Spieltagen dem eigenen Anspruch hinterherhinkt, glaubt Grimaldi „aber nicht, dass da viel fehlt“ – „ein paar Stellschrauben“ müssten Nürnbergs Nummer 33 zufolge gedreht werden.
Zugleich betont er, wie positiv die FCN-Anhänger „sowohl zu Hause als auch auswärts“ ihren Verein bedingungslos unterstützen. „Die Fans haben mit uns noch gesungen und haben uns Zuspruch gegeben“, erinnert er sich an das vergangene Wochenende in Paderborn – und hofft, ihnen mit einem Heimsieg gegen den KSC am Freitagabend etwas zurückgeben zu können.



